Lexikon für Pflege, Gesundheit und Psychiatrie

Lexikon für Psychiatrie, Pflege und Diagnostik

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Zum Buchstaben:

A

Adhärenz:

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Patient:innen und Behandelnden zur Erarbeitung eines Behandlungsplans. Adhärenz betont die aktive Rolle der Patient*in bei der Einhaltung von Therapieplänen, angepasst an ihre individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände.

Adoleszenz:

Die Entwicklungsphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, die in der Regel mit der Pubertät beginnt und bis ins frühe Erwachsenenalter reicht. Sie umfasst nicht nur körperliche Veränderungen, sondern auch tiefgreifende psychische, soziale und kognitive Entwicklungen.

Phasen der Adoleszenz

Die Adoleszenz wird häufig in drei Phasen unterteilt:

  1. Frühe Adoleszenz (ca. 10–14 Jahre):
    • Beginn der Pubertät: Hormonelle Veränderungen führen zu körperlichem Wachstum und Geschlechtsreife.
    • Erste Identitätskonflikte: Jugendliche beginnen, sich von den Eltern abzugrenzen.
    • Emotionale Instabilität: Stimmungsschwankungen sind häufig.
  2. Mittlere Adoleszenz (ca. 14–18 Jahre):
    • Selbstfindung: Jugendliche entwickeln eigene Werte und Interessen.
    • Peer-Gruppen werden wichtiger: Freundschaften und soziale Netzwerke haben großen Einfluss.
    • Risikoverhalten: Experimentierfreude (z. B. Alkohol, Drogen, Sexualität) nimmt oft zu.
  3. Späte Adoleszenz (ca. 18–25 Jahre):
    • Berufliche und persönliche Zukunftsplanung: Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg stehen im Fokus.
    • Autonomie: Unabhängigkeit von Eltern und finanzielle Selbstständigkeit werden angestrebt.
    • Stabile Identität: Die eigene Persönlichkeit wird gefestigt.
Psychologische Aspekte der Adoleszenz
  • Identitätsentwicklung (Erikson): Laut Erik Erikson ist die zentrale Entwicklungsaufgabe die Identitätsfindung vs. Rollendiffusion – Jugendliche müssen herausfinden, wer sie sind und welchen Platz sie in der Gesellschaft einnehmen.
  • Kognitive Entwicklung (Piaget): Das Denken wird abstrakter, logischer und reflektierter („formal-operationales Denken“).
  • Emotionale Regulation: Jugendliche müssen lernen, mit Stress, Frustration und sozialen Erwartungen umzugehen.
Herausforderungen und Probleme
  • Psychische Erkrankungen: Viele psychische Störungen (z. B. Depressionen, Angststörungen, Essstörungen) manifestieren sich erstmals in der Adoleszenz.
  • Soziale Konflikte: Eltern-Kind-Beziehungen können durch Ablösungsprozesse angespannt sein.
  • Druck durch soziale Medien: Vergleich mit anderen, Cybermobbing oder der Wunsch nach Perfektion können Stress verursachen.
Fazit

Die Adoleszenz ist eine kritische Entwicklungsphase, in der Jugendliche mit großen Veränderungen konfrontiert werden. Sie müssen körperliche, emotionale und soziale Herausforderungen bewältigen, um eine stabile Identität zu entwickeln. Eine unterstützende Umgebung (Familie, Schule, Freunde) ist dabei entscheidend.

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Affektive Störungen:

Psychische Störungen, die die Stimmung betreffen, z. B. Depression (ICD-10: F32, F33) oder bipolare Störung (ICD-10: F31).

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Affektlabilität:

Wenn jemand sehr schnell und stark auf innere oder äußere Reize reagiert. Emotionale Zustände, die schnell wechseln und schwer zu kontrollieren sind. Menschen mit affektiver Labilität können z. B. unerwartet von Freude zu Trauer wechseln, ohne erkennbaren Grund plötzlich lachen oder weinen. Dies kann bei verschiedenen psychischen Erkrankungen auftreten, wie z. B. bei affektiven Störungen oder neurologischen Erkrankungen.

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Affektstarre:

Wenn jemand immer gleich reagiert und seine Gefühle nicht an die jeweilige Situation anpassen kann. Die Person zeigt unabhängig von der Situation dieselbe emotionale Reaktion und hat oft eine starre, wenig veränderte Mimik oder Gesichtsausdruck. Dies kommt häufig bei psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder Depression vor.

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Affirmationen:

Positive, selbstbejahende Aussagen, die regelmäßig wiederholt werden, um das Denken, die Gefühle und das Verhalten zu beeinflussen. Sie basieren auf der Idee, dass sich Gedanken auf die Realität auswirken können, indem sie das Unterbewusstsein beeinflussen und die eigene Wahrnehmung verändern.

Affirmationen werden oft in den Bereichen persönliche Entwicklung, Psychologie und Mentaltraining eingesetzt, um:

  • Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken
  • Negative Denkmuster zu überwinden
  • Motivation und Resilienz zu fördern
  • Emotionale und kognitive Prozesse positiv zu beeinflussen

Wissenschaftliche Debatte zur Wirksamkeit von Affirmationen

Die Wirksamkeit von Affirmationen wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Einige Studien zeigen, dass sie besonders bei Menschen mit einem stabilen Selbstwertgefühl vorteilhaft sind, während sie bei Personen mit niedrigem Selbstwertgefühl paradoxe Effekte haben können.

Warum wirken Affirmationen unterschiedlich?

Der zentrale Punkt ist das Selbstkonzept – also die Art und Weise, wie eine Person sich selbst sieht und bewertet.

1. Selbstbestätigungs-Theorie (Self-Affirmation Theory)

  • Laut Steele (1988) helfen Affirmationen dabei, das Bedürfnis des Menschen nach Selbstintegrität zu unterstützen.
  • Wer bereits ein positives Selbstbild hat, kann durch Affirmationen zusätzlich motiviert werden.

2. Kognitive Dissonanz bei niedrigem Selbstwertgefühl

  • Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl haben oft tief verwurzelte negative Überzeugungen über sich selbst.
  • Eine Affirmation wie „Ich bin wertvoll und geliebt“ kann eine kognitive Dissonanz erzeugen – ein unangenehmes Gefühl, weil die Aussage im Widerspruch zur eigenen Selbstwahrnehmung steht.
  • Statt positive Effekte zu haben, kann dies negative Gedanken verstärken.

3. Backfire-Effekt (Paradoxe Wirkung)

  • Wood et al. (2009) fanden heraus, dass Affirmationen bei Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl das Gegenteil bewirken können.
  • Grund: Sie erinnern sich stärker an ihre Misserfolge oder an Situationen, in denen sie sich wertlos fühlten.
  • Beispiel: „Ich bin erfolgreich“ kann dazu führen, dass sich jemand an alte Misserfolge erinnert und sich dadurch schlechter fühlt.

4. Die Rolle der Selbstkongruenz

  • Affirmationen wirken am besten, wenn sie als realistisch oder zumindest als erreichbar wahrgenommen werden.
  • Menschen mit stabilem Selbstwertgefühl können positive Aussagen leichter annehmen, weil sie mit ihrer bisherigen Selbstwahrnehmung übereinstimmen (kongruent sind).

Wie können Affirmationen effektiver gestaltet werden?

Falls Affirmationen nicht wirken oder negative Gefühle auslösen, gibt es einige Anpassungen, die helfen können:

  • Neutrale oder realistischere Formulierungen
    Statt „Ich bin erfolgreich“ → „Ich arbeite daran, erfolgreicher zu werden.“
    Statt „Ich bin geliebt“ → „Ich bin offen für Liebe und Anerkennung.“
  • Selbstmitgefühl statt Perfektionismus
    Formulierungen, die Akzeptanz und Wachstum betonen, sind oft wirksamer als starre positive Aussagen.
  • Affirmationen mit Handlungen verknüpfen
    Positives Denken allein reicht nicht – Affirmationen funktionieren besser, wenn sie mit konkreten Schritten oder Handlungen verbunden werden.
  • Sich auf Werte statt auf Selbstbeschreibungen fokussieren
    Statt „Ich bin stark“ → „Ich schätze meine Fähigkeit, Herausforderungen zu bewältigen.“
    Fokus auf Prozesse statt auf starre Identitätsaussagen hilft, innere Widerstände zu umgehen.

Fazit

Affirmationen sind also nicht grundsätzlich gut oder schlecht – ihre Wirksamkeit hängt stark davon ab, wie sie formuliert werden und wie sie zur Selbstwahrnehmung einer Person passen. Besonders für Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl sind Selbstmitgefühl, Werte und kleine Fortschritte oft hilfreicher als unrealistisch positive Aussagen.

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Agitiertheit:

Eine spezifische Form von motorischer Unruhe, die sich durch eine ausgeprägte emotionale und körperliche Überregung auszeichnet. Betroffene können sich oft nicht mehr kontrollieren und zeigen unkoordinierte, ziellose Bewegungen, die Ausdruck von Stress oder starker Angst sind.

Merkmale:

  • Rasches, unkoordiniertes Gehen, ständiges Aufstehen und Hinsetzen.
  • Wiederholtes Sprechen, Rufen oder Schreien (auch ohne erkennbaren Grund).
  • Zunehmende körperliche Unruhe mit der Unfähigkeit, sich zu entspannen.
  • Oft verbunden mit einer akuten emotionalen Krise, z. B. Angst, Wut oder Panik.

Häufige Ursachen:

  • Psychiatrisch: Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).
  • Neurologisch: Alzheimer-Demenz oder andere kognitive Störungen.
  • Medizinisch: Schmerzen, Infektionen oder Delir.

Behandlungsansätze:

  • Nicht-medikamentös:
    • Ruhige und einfühlsame Ansprache, um Ängste abzubauen.
    • Entspannungsübungen wie Atemtechniken oder Achtsamkeitsübungen.
    • Sicherstellen, dass die Umgebung keine Reizüberflutung bietet.
  • Medikamentös:
    • Antipsychotika oder Sedativa, abhängig von der Ursache.
    • Medikamente zur Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen (z. B. bei Schmerzen oder Delir).

Unterschied zwischen Agitation und Agitiertheit:

  • Agitation ist ein umfassenderer Begriff und beschreibt allgemein eine psychomotorische Unruhe, die sowohl auf psychische als auch auf körperliche Ursachen zurückzuführen sein kann.
  • Agitiertheit ist spezifischer und beschreibt eine besonders ausgeprägte, motorische Unruhe, die oft von emotionaler Überregung begleitet wird.

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Agitation:

Ein Zustand psychomotorischer Unruhe, bei dem der Betroffene sowohl innerlich als auch äußerlich gesteigerte Aktivität zeigt. Diese Aktivität kann zielgerichtet oder chaotisch und impulsiv sein. Oft wird dieser Zustand von starker emotionaler Anspannung begleitet.

Merkmale:

  • Erhöhte motorische Aktivität: z. B. Herumlaufen, Wippen, Zappeln.
  • Innere Unruhe und Anspannung, ohne dass dies immer äußerlich sichtbar ist.
  • Emotionale Begleiterscheinungen wie Reizbarkeit, Angst oder Frustration.
  • Nicht immer aggressiv, kann aber in aggressives Verhalten umschlagen.

Häufige Ursachen:

  • Psychiatrisch: Manische Episoden, akute psychotische Zustände, Angststörungen.
  • Neurologisch: Demenz, Schlaganfall, Parkinson.
  • Andere: Nebenwirkungen von Medikamenten, Alkohol- oder Drogenentzug.

Behandlungsansätze:

  • Nicht-medikamentös:
    • Beruhigung durch klare, ruhige Kommunikation.
    • Stressreduzierende Maßnahmen wie Musiktherapie oder sensorische Reize.
    • Deeskalationstechniken.
  • Medikamentös:
    • Beruhigungsmittel (z. B. Benzodiazepine).
    • Neuroleptika bei psychiatrischen Ursachen.

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Agoraphobie:

Angst vor offenen oder öffentlichen Räumen, oft begleitet von Panikattacken (ICD-10: F40.0).

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Akathisie (Sitzunruhe):

Eine Bewegungsstörung, die durch ein quälendes Gefühl innerer Unruhe und einen unkontrollierbaren Drang zur Bewegung gekennzeichnet ist. Betroffene verspüren oft das Bedürfnis, ständig in Bewegung zu sein, was sich durch Symptome wie ständiges Auf- und Abgehen, Wippen mit den Beinen oder häufiges Positionswechseln äußert. Diese Symptome können zu erheblichem Stress und Beeinträchtigungen im Alltag führen.

Ursachen:

Akathisie tritt häufig als Nebenwirkung von Antipsychotika (Neuroleptika) auf, insbesondere bei hochpotenten Wirkstoffen wie Haloperidol. Auch andere Medikamente, darunter bestimmte Antidepressiva, Antiemetika und Kalziumkanalblocker, können Akathisie auslösen. Zudem kann der plötzliche Abbruch oder die Reduktion dieser Medikamente zu Entzugsakathisie führen.

Symptome:

  • Starke innere Unruhe
  • Bewegungsdrang (z. B. häufiges Beinwippen, ständiges Positionswechseln, unaufhörliches Umhergehen)
  • Keine bewusste Aggressivität oder Feindseligkeit
  • Meist eine quälende, unangenehme Wahrnehmung der Unruhe

Behandlung:

Die Therapie der Akathisie umfasst in der Regel die Anpassung der Medikation, beispielsweise durch Reduktion der Dosis oder Wechsel des auslösenden Medikaments. Zusätzlich können folgende Maßnahmen zur Linderung der Symptome beitragen:

  • Betablocker (z. B. Propranolol)
  • Benzodiazepine (z. B. Lorazepam)
  • Anticholinergika (z. B. Biperiden)
  • In einigen Fällen kann das Antidepressivum Mirtazapin hilfreich sein

Abgrenzung zur Agitation

Obwohl Akathisie und Agitation beide mit motorischer Unruhe einhergehen, gibt es klare Unterschiede:

Merkmal Akathisie Agitation
Ursache Medikamentenwirkung/-entzug (z. B. Neuroleptika, Antidepressiva) Psychiatrische Erkrankung (z. B. Schizophrenie, Manie, Demenz) oder Stress, Substanzen
Bewegungsdrang Unaufhörlicher Drang, sich zu bewegen, um Unruhe zu lindern Hektische, oft unkontrollierte Bewegungen
Gefühlslage Innere Unruhe, quälend, aber nicht aggressiv Reizbarkeit, Angst, evtl. Aggressivität
Häufige Behandlung Dosisanpassung, Betablocker, Benzodiazepine Beruhigung, Antipsychotika, Deeskalation

Zusammenfassung:

  • → Akathisie ist medikamentös induziert und führt zu einem Bewegungsdrang ohne emotionale Reizbarkeit.
  • → Agitation ist eine psychiatrische Übererregung, oft mit emotionaler Unruhe, Angst oder Aggression.

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Ambulante Psychiatrische Pflege (APP):

Die APP ist ein spezialisierter, aufsuchender Pflege- und Betreuungsdienst für Menschen mit psychischen Erkrankungen, der in ihrer häuslichen Umgebung stattfindet. Ziel der APP ist es, die Selbstständigkeit der Betroffenen im Alltag zu fördern, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen und die soziale Teilhabe zu unterstützen. Sie richtet sich an Personen mit schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Depressionen, bipolaren Störungen oder Angststörungen.

Ziele der Ambulanten Psychiatrischen Pflege:

  • Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags
  • Stabilisierung des psychischen Zustands und Förderung der Eigenverantwortung
  • Vermeidung von Klinikaufenthalten und Förderung der sozialen Integration
  • Unterstützung bei der Einnahme von Medikamenten und Symptommanagement
  • Förderung von Ressourcen und Stärkung der Lebensqualität

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der APP:
Um die Ambulante Psychiatrische Pflege in Anspruch nehmen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Diese können variieren, je nach Bundesland oder Krankenkasse, beinhalten aber typischerweise:

  1. Diagnose einer psychischen Erkrankung:
    Ärztliche Diagnosestellung (z. B. durch einen Psychiater oder Hausarzt) von Erkrankungen wie Schizophrenie, schwere Depressionen, bipolare Störungen, Angststörungen oder Suchterkrankungen.
  2. Verordnung durch einen Arzt:
    Eine Verordnung häuslicher Krankenpflege nach § 37 SGB V durch einen behandelnden Arzt oder Facharzt für Psychiatrie.
  3. Kostenträger:
    Die Kostenübernahme erfolgt in der Regel durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung, sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt. Sozialhilfeträger oder Eingliederungshilfe nach SGB IX können ebenfalls involviert sein.
  4. Notwendigkeit ambulanter Unterstützung:
    Wenn die Erkrankung die selbstständige Bewältigung des Alltags erheblich einschränkt und ohne professionelle Unterstützung ein Klinikaufenthalt drohen würde.
  5. Einwilligung und Mitwirkungsbereitschaft des Betroffenen:
    Die betroffene Person muss zur Zusammenarbeit bereit sein, um die geplanten Maßnahmen erfolgreich umsetzen zu können.

Leistungen der Ambulanten Psychiatrischen Pflege:
Die APP umfasst verschiedene pflegerische und psychosoziale Maßnahmen, darunter:

  • Beratung und Anleitung im Umgang mit der Erkrankung
  • Unterstützung bei der Strukturierung des Alltags
  • Förderung der sozialen Teilhabe und Integration
  • Medikamentenmanagement und Therapiebegleitung
  • Kriseninterventionen bei akuten psychischen Verschlechterungen
  • Unterstützung im Bereich der Selbstversorgung und Haushaltsführung
  • Angehörigenberatung und -entlastung

Durchführende Fachkräfte:
Die APP wird von speziell geschulten Fachpersonal erbracht, insbesondere:

  • Fachkrankenenschwestern und -pfleger für Psychiatrie
  • Gesundheits- und Krankenpfleger mit psychiatrischer Weiterbildung
  • Sozialarbeiter mit Erfahrung im psychiatrischen Bereich (je nach Modell)

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AMDP-System:

Das AMDP-System (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie) ist ein standardisiertes Dokumentations- und Erhebungsverfahren zur Erfassung und Beurteilung psychopathologischer und somatischer Symptome in der klinischen Psychiatrie und Psychotherapie.

1 Zweck und Anwendungsbereiche
Das AMDP-System dient der strukturierten Erfassung psychischer Störungen und wird in der psychiatrischen Diagnostik, Forschung und Lehre verwendet. Es ermöglicht eine systematische Dokumentation und dient der Verbesserung der Reproduzierbarkeit psychiatrischer Befunde.

Typische Anwendungsbereiche:

  • Klinische Psychiatrie (z. B. Verlaufsdokumentation)
  • Psychologische Forschung
  • Medizinische Gutachten
  • Fortbildung und Schulung psychiatrischer Fachkräfte

2 Struktur des AMDP-Systems
Das System besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  1. Psychopathologischer Befund (100 Symptome)
    • Denkstörungen
    • Wahrnehmungsstörungen
    • Ich-Störungen
    • Affektive Störungen
    • Antriebs- und psychomotorische Störungen
    • Bewusstseins- und Orientierungsstörungen
  2. Somatischer Befund (40 Symptome)
    • Vegetative Symptome (z. B. Schwitzen, Schlafstörungen)
    • Neurologische Symptome (z. B. Tremor, Parästhesien)

Die Erhebung erfolgt anhand eines standardisierten Interviewleitfadens, wobei jedes Symptom auf einer ordinalen Skala (0–3) bewertet wird.

3 Vorteile des AMDP-Systems

  • Hohe Reliabilität und Validität in der psychiatrischen Diagnostik
  • Vergleichbarkeit von Befunden über verschiedene Kliniken und Therapeuten hinweg
  • Strukturierte Dokumentation für wissenschaftliche Studien
  • Unterstützung der Differentialdiagnostik bei psychiatrischen Erkrankungen

4 Kritik und Grenzen

  • Erfordert eine ausführliche Schulung der Anwender
  • Erfassung ist zeitaufwendig, insbesondere bei komplexen Fällen
  • Subjektive Bewertung kann zu Inter-Rater-Unterschieden führen

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Amnesie:

Bezeichnet den Verlust von Erinnerungen, entweder teilweise oder vollständig. Sie kann durch Gehirnverletzungen, Krankheiten, Traumata oder psychische Störungen verursacht werden. Amnesie kann kurzfristig (z. B. retrograde Amnesie) oder langfristig (z. B. anterograde Amnesie) auftreten, wobei das Erinnern an vergangene Ereignisse oder das Bilden neuer Erinnerungen beeinträchtigt ist.

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Anhedonie:

Unfähigkeit, Freude oder Genuss zu empfinden, häufig bei Depressionen.

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Anorexia nervosa:

Eine Essstörung, die durch extremen Gewichtsverlust und eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers gekennzeichnet ist. Menschen, die an Anorexie leiden, haben oft eine intensive Angst vor Gewichtszunahme und versuchen, ihr Körpergewicht durch extreme Einschränkung der Nahrungsaufnahme, übermäßigen Sport oder andere ungesunde Verhaltensweisen zu kontrollieren. Sie haben häufig ein unrealistisches Bild von ihrem Körper und sehen sich selbst als übergewichtig, obwohl sie tatsächlich untergewichtig sind. Die Störung kann schwerwiegende körperliche und psychische Folgen haben, einschließlich Mangelernährung, Herzprobleme, Osteoporose und bei nicht rechtzeitiger Behandlung sogar lebensbedrohliche Komplikationen.

Anorexia nervosa erfordert eine umfassende Behandlung, die Psychotherapie, Ernährungsberatung und in einigen Fällen eine medizinische Behandlung umfasst, um sowohl die psychischen als auch die physischen Aspekte der Erkrankung anzugehen. Die Heilung kann langwierig sein, aber eine frühzeitige Diagnose und Therapie sind entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung.

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Autismus-Spektrum-Störung (ASS):

Entwicklungsstörung, gekennzeichnet durch Schwierigkeiten in sozialer Interaktion, Kommunikation und repetitiven Verhaltensmustern (ICD-11: 6A02).

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B

Baby Blues:

Eine vorübergehende Stimmungsschwankung, die viele frischgebackene Mütter nach der Geburt erleben. Diese Phase ist durch Gefühle wie Traurigkeit, Reizbarkeit, Müdigkeit und Ängste gekennzeichnet, die in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt auftreten können. Sie sind normalerweise nicht schwerwiegender als eine vorübergehende Belastung und klingen von selbst ab. Anders als eine postpartale Depression sind die Symptome bei Baby Blues weniger intensiv und vorübergehend. Sie entstehen oft durch die hormonellen Veränderungen, den Schlafmangel und die körperliche Erholung nach der Geburt.

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Basale Stimulation:

Ein pflegepädagogisches Konzept, das auf die Förderung der Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegung von Patient:innen mit schweren Beeinträchtigungen abzielt. Es nutzt grundlegende Reize wie Berührung, Vibration, Musik oder Positionierung, um körperliche und emotionale Wahrnehmung zu stimulieren und so die Lebensqualität zu verbessern. Häufig angewendet bei Menschen mit schweren neurologischen Erkrankungen, Wachkoma oder Demenz.

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Bezugspflege:

Ein Pflegekonzept, das von Tom Kitwood und anderen Pflegewissenschaftler:innen geprägt wurde und auf der kontinuierlichen, individuellen Betreuung eines Patienten durch eine feste Pflegekraft basiert. Ziel der Bezugspflege ist es, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient:in und Pflegekraft aufzubauen, um eine personalisierte und ganzheitliche Pflege zu gewährleisten. Die Pflegekraft übernimmt die Verantwortung für Planung, Durchführung und Evaluation der Pflege sowie die Koordination mit anderen Berufsgruppen. Dieses Konzept fördert nicht nur die Kontinuität der Pflege, sondern auch die Patientenzufriedenheit und eine effektivere Kommunikation.

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Welling, 2004. Der personzentrierte Ansatz von Tom Kitwood.

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Binge-Eating (Binge-Eating-Störung):

Eine Essstörung, die durch wiederkehrende Episoden von übermäßigem Essverhalten (Essanfälle) gekennzeichnet ist, bei denen große Mengen an Nahrungsmitteln in kurzer Zeit konsumiert werden. Diese Essanfälle gehen oft mit einem Kontrollverlust über das Essverhalten und starken negativen Gefühlen wie Schuld oder Scham einher. Im Gegensatz zur Bulimie erfolgen jedoch keine regelmäßigen kompensatorischen Maßnahmen wie Erbrechen oder exzessiver Sport.

Merkmale von Binge-Eating:

  • Wiederholte Episoden unkontrollierten Essens großer Nahrungsmengen
  • Gefühl des Kontrollverlusts während der Essanfälle
  • Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl
  • Häufiges Essen, auch ohne physisches Hungergefühl
  • Nach dem Essen treten Schuldgefühle, Ekel oder Depression auf
  • Essanfälle treten oft alleine und heimlich auf

Ursachen:
Binge-Eating kann durch eine Kombination aus biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Emotionale Belastung (Stress, Angst, Depressionen)
  • Diäten oder restriktive Essgewohnheiten in der Vergangenheit
  • Genetische Veranlagung und Ungleichgewichte im Hormonhaushalt
  • Soziale und kulturelle Einflüsse

Folgen:
Unbehandelte Binge-Eating-Störung kann zu gesundheitlichen Problemen führen, wie z. B.:

  • Übergewicht und Adipositas
  • Diabetes Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Psychische Belastungen wie Depressionen und Angststörungen

Behandlung:
Die Behandlung umfasst meist eine Kombination aus:

  • Psychotherapie (z. B. kognitive Verhaltenstherapie)
  • Ernährungsberatung zur Entwicklung eines gesunden Essverhaltens
  • Medikamentöse Unterstützung in bestimmten Fällen (z. B. Antidepressiva)
  • Selbsthilfegruppen und Verhaltenstrainings

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

Hilbert, Tuschen-Caffier, 2010. Essanfälle und Adipositas.

Legenbauer, Vocks, 2014. Handbuch der kognitiven Verhaltenstherapie bei Anorexie und Bulimie.

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Borderline-Persönlichkeitsstörung:

Emotionale Instabilität, Impulsivität und Schwierigkeiten in Beziehungen (ICD-10: F60.31).

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Bulimie (Bulimia nervosa):

Eine Essstörung, die durch wiederkehrende Phasen des übermäßigen Essens (Heißhungerattacken) und anschließenden Verhalten zur Verhinderung von Gewichtszunahme, wie Erbrechen, übermäßigen Sport oder die Einnahme von Abführmitteln, gekennzeichnet ist. Menschen mit Bulimie haben eine starke Angst vor Gewichtszunahme und eine verzerrte Wahrnehmung ihres Körpers, obwohl sie oft im Normalgewichtbereich oder nur leicht übergewichtig sind. Die Bulimie kann zu schwerwiegenden physischen Gesundheitsproblemen führen, darunter Elektrolytstörungen, Schäden an Zähnen und Speiseröhre durch häufiges Erbrechen und das Risiko für Herzrhythmusstörungen. Sie geht auch oft mit psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen und einem niedrigen Selbstwertgefühl einher.

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

Hilbert, Tuschen-Caffier, 2010. Essanfälle und Adipositas.

Legenbauer, Vocks, 2014. Handbuch der kognitiven Verhaltenstherapie bei Anorexie und Bulimie.

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Burnout-Syndrom:

Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. In ICD-11 als Z73.0 unter Problemen im Zusammenhang mit Arbeitsbelastung klassifiziert.

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C

Case Management:

Ein strukturierter Prozess zur Koordination und Organisation von Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen, der darauf abzielt, die individuellen Bedürfnisse von Patient:innen ganzheitlich zu erfüllen. Case Manager:innen fungieren als zentrale Ansprechpersonen und koordinieren die Zusammenarbeit zwischen Patient:innen, Angehörigen, Pflegekräften, Ärzt:innen und weiteren Berufsgruppen. Ziel ist es, Versorgungslücken zu schließen, Ressourcen effizient zu nutzen und die Qualität der Versorgung zu steigern.

Das Case Management umfasst Bedarfsanalyse, Planung, Umsetzung, Monitoring und Evaluation der Maßnahmen, häufig auch unter Berücksichtigung sozialer und rechtlicher Aspekte.

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Compliance:

Die Bereitschaft der Patient:innen, medizinische Anweisungen zu befolgen. Im Gegensatz zur Adhärenz ist Compliance passiv und fokussiert auf die Befolgung ärztlicher Anweisungen, ohne aktive Mitgestaltung durch die Patient:innen.

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Chronische Depression (Dysthymie):

Längerfristige depressive Symptome, die weniger schwer sind als eine Major Depression (ICD-10: F34.1).

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D

Delir:

Akuter Verwirrtheitszustand, oft verbunden mit Desorientierung, Halluzinationen und Aufmerksamkeitsstörungen (ICD-10: F05).

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Demenz:

Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Verlust kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten einhergehen. Die häufigsten Symptome betreffen das Gedächtnis, die Orientierung, das Denken, das Verstehen und die Sprache. Im weiteren Verlauf können auch Verhaltensänderungen und der Verlust der Selbstständigkeit auftreten.

Hauptformen der Demenz

Neurodegenerative oder vaskulär bedingte Erkrankungen, bei denen die Nervenzellen im Gehirn direkt betroffen sind. Diese Formen treten in der Regel spontan und ohne eine direkte äußere Ursache auf.

Hauptformen:

  1. Alzheimer-Demenz (ca. 60–70 % der Fälle)
  2. Vaskuläre Demenz
  3. Lewy-Körperchen-Demenz
  4. Frontotemporale Demenz (FTD)

Sekundäre Demenz

Tritt als Folge einer anderen Grunderkrankung oder eines Einflusses auf. Sie ist nicht neurodegenerativ und kann in einigen Fällen rückgängig gemacht werden, wenn die Ursache plötzlich behandelt wird.

Beispiele:

  • Korsakow-Syndrom (Vitamin-B1-Mangel)
  • HIV-assoziierte Demenz
  • Normaldruckhydrozephalus
  • Toxische Demenz (z. B. durch Alkoholmissbrauch)

Symptome der Demenz

  • Frühe Anzeichen: Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Orientierungsschwierigkeiten, Persönlichkeitsveränderungen
  • Mittlere Stadien: Deutlicher Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten, Verhaltensveränderungen (z. B. Aggressivität oder sozialer Rückzug)
  • Späte Stadien: Verlust der Selbstständigkeit, ausgeprägte motorische und kognitive Einschränkungen, Verlust der Sprache und schwere Pflegebedürftigkeit

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Anamnese und körperliche Untersuchung
    Erhebung der Krankengeschichte und Abklärung möglicher Risikofaktoren.
  2. Neuropsychologische Tests
    Z. B. der MMSE (Mini-Mental-Status-Test) oder Uhrentest, um kognitive Defizite zu erkennen.
  3. Bildgebende Verfahren
    MRT oder CT, um Hirnatrophie oder Durchblutungsstörungen nachzuweisen.
  4. Labortuntersuchungen
    Ausschluss behandelbarer Ursachen wie Vitaminmangel, Schilddrüsenunterfunktion oder Infektionen.

Therapie der Demenz

Medikamentöse Behandlung

  • Alzheimer-Demenz: Cholinesterase-Hemmer (Donepezil, Rivastigmin) und Memantin zur Verzögerung des Krankheitsverlaufs.
  • Vaskuläre Demenz: Optimierung der kardiovaskulären Risikofaktoren (Blutdruck, Diabetes, Cholesterin).
  • Lewy-Körperchen-Demenz: Rivastigmin gegen kognitive Symptome, Behandlung von Halluzinationen und Bewegungsstörungen.

Nicht-medikamentöse Therapie

  • Kognitive Förderung: Gedächtnistraining, Orientierungstraining
  • Ergotherapie und Physiotherapie: Förderung der Selbstständigkeit und Mobilität
  • Musik- und Kunsttherapie: Verbesserung des Wohlbefindens und Reduktion von Verhaltensstörungen
  • Psychosoziale Unterstützung: Beratung und Entlastung von Angehörigen

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

  • Archibald, C., 2007. Menschen mit Demenz im Krankenhaus.
  • Basting, A. D., 2012. Das Vergessen vergessen.
  • Buell Whitworth, H., Whitworth, J., 2019. Das Lewy–Body–Demenz–Buch.
  • Kastner, U., Löbach, R., 2018. Handbuch Demenz.

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Denkstörung:

Beeinträchtigungen des Denkprozesses, die sich in Form von inhaltlichen oder formalen Veränderungen äußern. Sie treten häufig im Rahmen psychischer Erkrankungen auf, insbesondere bei Schizophrenie, affektiven Störungen oder organisch bedingten psychischen Störungen.

1 Formen der Denkstörungen

  • Formale Denkstörungen

    Formale Denkstörungen betreffen die Struktur und Geschwindigkeit des Denkens und sind besonders in der Psychopathologie relevant.

    • Verlangsamtes Denken – Gedankengänge sind erschwert und ziehen sich in die Länge.
    • Gesperrtes Denken – Plötzlicher Gedankenabbruch, oft ohne erkennbaren Grund.
    • Inkohärentes Denken (Zerfahrenheit) – Gedanken verlieren die logische Verbindung zueinander.
    • Umständliches Denken – Unfähigkeit, zwischen wichtigen und unwichtigen Aspekten zu unterscheiden.
    • Perseverationen – Wiederholung von Gedanken oder Worten ohne erkennbaren Sinn.
    • Denkhemmung – Subjektiv erlebte Blockaden, die den Denkfluss erschweren.
    • Ideenflucht – Übermäßiger Gedankendrang mit schneller Themenwechsel.
    • Neologismen – Bildung neuer, oft unverständlicher Wortschöpfungen.

1.2 Inhaltliche Denkstörungen

Hierbei handelt es sich um abweichende Denkinhalte, die oft mit Wahnvorstellungen oder überwertigen Ideen verbunden sind.

  • Wahn – Eine überzeugbare Fehläußerung, die nicht durch Argumente korrigiert werden kann (z. B. Verfolgungswahn, Größenwahn).
  • Zwangsgedanken – Aufdringliche Gedanken, die als unangenehm empfunden werden und sich nicht willentlich unterdrücken lassen.
  • Hypochondrische Gedanken – Übermäßige Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit ohne medizinischen Befund.
  • Paranoide Gedanken – Misstrauen und die Überzeugung, von anderen manipuliert oder verfolgt zu werden.

2 Ursachen und neurobiologische Grundlagen

Denkstörungen haben eine multifaktorielle Ätiologie:

  • Neurotransmitter-Dysregulation: Besonders Dopamin ist bei Schizophrenie eine zentrale Komponente.
  • Strukturelle Hirnveränderungen: Untersuchungen zeigen Veränderungen im präfrontalen Kortex und im limbischen System.
  • Genetische Prädisposition: Eine familiäre Häufung ist bei psychotischen Störungen nachweisbar.
  • Psychosoziale Faktoren: Traumatische Erlebnisse, Stress oder sozialer Rückzug können Denkstörungen verstärken.

3 Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt anhand von standardisierten psychopathologischen Interviews, wie dem AMDP-System oder der Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) für schizophrene Erkrankungen.

Zusätzlich können neuropsychologische Tests helfen, Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und exekutive Funktionen zu untersuchen.

4 Therapieansätze

4.1 Medikamentöse Therapie

  • Antipsychotika (z. B. Risperidon, Olanzapin) bei psychotischen Denkstörungen.
  • Antidepressiva (z. B. SSRI) bei depressiv bedingten Denkstörungen.
  • Stimmungsstabilisatoren (z. B. Lithium) bei bipolar bedingten kognitiven Beeinträchtigungen.

4.2 Psychotherapeutische Ansätze

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Restrukturierung dysfunktionaler Gedanken.
  • Metakognitive Therapie zur Verbesserung der Selbstkontrolle über Denkmuster.
  • Psychoedukation zum Verständnis über Denkstörungen und deren Bewältigung.

4.3 Ergotherapeutische Ansätze

  • Übungen zur Förderung kognitiver Funktionen.
  • Training zur Verbesserung der Handlungsplanung in den Alltag.

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

AMDP et al., 2018. Das AMDP-System.

PsyK, 2015. Psychopathologie.

Scharfetter, 2017. Allgemeine Psychopathologie.

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Depression:

Häufigste affektive Störung, gekennzeichnet durch anhaltende Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Interessenverlust (ICD-10: F32/F33, ICD-11: 6A70).

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Dissoziative Störungen:

Verlust normaler Integration von Gedächtnis, Identität oder Bewusstsein, z. B. dissoziative Amnesie oder Stupor (ICD-10: F44).

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Dekubitus:

Druckgeschwür, das durch langanhaltenden Druck auf die Haut entsteht, oft bei immobilen Patient:innen.

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Dysthymie:

Eine langfristige, chronische Form der Depression. Im Gegensatz zu einer Major Depression sind die Symptome bei Dysthymie weniger intensiv, aber anhaltend. Betroffene erleben oft eine anhaltend niedergedrückte Stimmung, die mindestens zwei Jahre andauert, und können Schwierigkeiten haben, Freude an Dingen zu finden, die sie früher gemocht haben. Weitere Symptome können Schlafstörungen, Appetitveränderungen, Konzentrationsprobleme, geringe Energie und geringes Selbstwertgefühl sein. Die Dysthymie kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, da sie den Alltag und das allgemeine Wohlbefinden kontinuierlich beeinflusst. Sie wird oft erst spät erkannt, da die Symptome als „normaler“ Teil des Lebens betrachtet oder nicht ernst genommen werden. Eine Behandlung umfasst in der Regel Psychotherapie und kann auch medikamentöse Therapie einschließen, um die Symptome zu lindern und den betroffenen Personen zu helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern.

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E

EEG (Elektroenzephalographie):

Ein diagnostisches Verfahren zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Dabei werden mittels Elektroden, die auf der Kopfhaut platziert werden, die Spannungsänderungen der Nervenzellen im Gehirn erfasst und als Wellenmuster dargestellt. Das EEG ist ein wichtiges Instrument zur Diagnose und Überwachung neurologischer Erkrankungen, insbesondere bei Epilepsie, Schlafstörungen oder Hirnfunktionsstörungen.

Funktionsweise des EEG:

  • Auf der Kopfhaut werden mehrere Elektroden angebracht, die elektrische Signale aus verschiedenen Hirnregionen aufnehmen.
  • Die Hirnaktivität wird in Form von Wellen unterschiedlicher Frequenz gemessen und in einem Diagramm (EEG-Kurve) dargestellt.
  • Die wichtigsten Wellenarten sind:
    • Delta-Wellen (0,5–4 Hz): Tiefer Schlaf
    • Theta-Wellen (4–8 Hz): Leichter Schlaf, Entspannung
    • Alpha-Wellen (8–13 Hz): Entspannung im Wachzustand
    • Beta-Wellen (13–30 Hz): Aktive Denkvorgänge, Aufmerksamkeit
    • Gamma-Wellen (>30 Hz): Höhere kognitive Funktionen

Anwendungsgebiete des EEG:

Das EEG wird eingesetzt zur:

  • Diagnose von Epilepsie: Erkennung von epileptischen Anfällen und deren Muster
  • Überwachung bei Schlafstörungen: Untersuchung von Schlafphasen und Schlafstörungen (z. B. Schlafapnoe)
  • Diagnostik bei Hirnerkrankungen: Erkennung von Funktionsstörungen bei Schlaganfällen, Tumoren oder Demenz
  • Überwachung während Narkosen: Kontrolle der Gehirnaktivität während Operationen
  • Beurteilung des Hirntods: Zur Feststellung des irreversiblen Ausfalls der Hirnfunktionen

Ablauf einer EEG-Untersuchung:

  1. Der Patient sitzt oder liegt entspannt, und die Kopfhaut wird gereinigt, um einen guten Hautkontakt für die Elektroden zu gewährleisten.
  2. Die Elektroden werden mit einer speziellen Haube oder mittels Klebepads befestigt.
  3. Die Untersuchung dauert in der Regel 20–60 Minuten und kann verschiedene Provokationstests beinhalten, z. B.:
    • Augen öffnen und schließen
    • Hyperventilation (tiefes, schnelles Atmen)
    • Lichtreize (stroboskopische Lichtreize zur Auslösung von Reaktionen)
  4. Die aufgezeichneten Daten werden anschließend von einem Neurologen ausgewertet.

Vorteile des EEG:

  • Nicht-invasives, schmerzfreies Verfahren
  • Hohe zeitliche Auflösung zur Messung kurzfristiger Hirnaktivitätsänderungen
  • Breite Einsatzmöglichkeiten in der Diagnostik und Therapieüberwachung

Nachteile des EEG:

  • Geringe räumliche Auflösung – genaue Lokalisation der Aktivität ist begrenzt
  • Anfälligkeit für Störsignale durch Muskelbewegungen oder elektrische Geräte

Das EEG ist ein wertvolles diagnostisches Instrument in der Neurologie und ermöglicht eine detaillierte Untersuchung der Gehirnaktivität, insbesondere bei Verdacht auf Epilepsie oder andere neurologische Erkrankungen.

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Einzelfallhilfe:

Eine individuelle, auf die persönlichen Bedürfnisse einer Person zugeschnittene sozialpädagogische Unterstützungsmaßnahme. Sie dient der Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt Menschen mit sozialen, psychischen oder gesundheitlichen Problemen dabei, ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben zu führen. Die Einzelfallhilfe wird häufig im Rahmen der Jugendhilfe, Eingliederungshilfe oder Sozialpsychiatrischen Dienste (SpD) eingesetzt und richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit besonderen Unterstützungsbedarfen.

Ziele der Einzelfallhilfe:

  • Förderung der individuellen Ressourcen und Fähigkeiten
  • Unterstützung bei der Alltagsbewältigung und sozialen Integration
  • Hilfe bei der Organisation des Lebensumfeldes (z. B. Wohnen, Finanzen, Arbeit)
  • Förderung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Unterstützung bei der Lösung persönlicher oder familiärer Probleme
  • Entwicklung und Umsetzung individueller Perspektiven

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme:

  1. Bedarf an sozialpädagogischer Unterstützung:
    Vorliegen von sozialen, psychischen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die eine individuelle Begleitung erfordern.
  2. Antragstellung beim zuständigen Träger:
    In der Regel muss ein Antrag beim Jugendamt (für Kinder und Jugendliche) oder beim Sozialpsychiatrischen Dienst (für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen) gestellt werden.
  3. Kostenträger:
    Die Kostenübernahme erfolgt je nach Bedarf über das Sozialgesetzbuch (SGB):

    • SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe)
    • SGB IX (Eingliederungshilfe)
    • SGB XII (Sozialhilfe)
  4. Mitwirkungsbereitschaft:
    Die betroffene Person muss bereit sein, an der Umsetzung der vereinbarten Ziele aktiv mitzuwirken.

Leistungen der Einzelfallhilfe:

Die Unterstützung wird individuell auf die Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt und kann folgende Bereiche umfassen:

  • Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen (z. B. Haushaltsführung, Behördengänge)
  • Begleitung bei Arzt- oder Therapieterminen
  • Unterstützung bei der Arbeitsplatz- oder Wohnungssuche
  • Förderung sozialer Kontakte und Freizeitgestaltung
  • Konfliktbewältigung und Krisenintervention
  • Unterstützung bei der finanziellen Absicherung (z. B. Sozialleistungen, Schuldenregulierung)

Durchführende Fachkräfte:

Die Einzelfallhilfe wird in der Regel von Fachkräften aus dem sozialen Bereich durchgeführt, darunter:

  • Sozialarbeiter/-innen
  • Sozialpädagogen/-innen
  • Psychologische Fachkräfte mit sozialpädagogischer Erfahrung

Dauer und Umfang der Einzelfallhilfe:

Die Dauer und der Umfang der Einzelfallhilfe werden individuell festgelegt, abhängig von den persönlichen Bedürfnissen und Zielen der betroffenen Person. Sie kann temporär oder langfristig in Anspruch genommen werden und wird regelmäßig überprüft und angepasst.

Zielgruppen der Einzelfallhilfe:

  • Kinder und Jugendliche mit sozialpädagogischem Unterstützungsbedarf
  • Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen
  • Personen mit Suchterkrankungen oder psychosozialen Problemen
  • Sozial benachteiligte Menschen, die Unterstützung im Alltag benötigen

Einzelfallhilfe ist ein vielseitiger Ansatz der sozialen Unterstützung und trägt dazu bei, die Lebensqualität von Menschen in schwierigen Lebenslagen zu verbessern und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.

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Elektrokrampftherapie (EKT):

Ein medizinisches Verfahren, bei dem mittels elektrischer Impulse kontrollierte Krampfanfälle im Gehirn ausgelöst werden. Diese Therapie wird häufig bei schweren, medikamentös nicht behandelbaren Depressionen, einigen Formen von Schizophrenie und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt. Während der Behandlung wird der Patient unter Vollnarkose gesetzt, und die EKT erfolgt durch Elektroden, die auf der Kopfhaut platziert werden. Ziel ist es, das Gehirn zu stimulieren, um die Symptome zu lindern. EKT kann schnelle Erleichterung bringen, wird jedoch in der Regel nur dann eingesetzt, wenn andere Behandlungsoptionen nicht wirksam sind.

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EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing):

Eine therapeutische Methode, die zur Behandlung von traumatischen Erfahrungen und posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) entwickelt wurde. Sie basiert auf der Idee, dass psychische Belastungen und Traumata, wenn sie nicht verarbeitet werden, im Gehirn „blockiert“ bleiben und zu emotionalen und körperlichen Problemen führen können. Das Verfahren umfasst eine strukturierte Behandlung, bei der der Patient eine traumatische Erinnerung in Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen wiedererlebt, während er gleichzeitig einer Reihe von Augenbewegungen folgt. Diese Augenbewegungen oder andere bilaterale Stimulationen (z. B. das Klopfen oder Hören von Tönen auf beiden Seiten des Körpers) sollen das Gehirn in die Lage versetzen, die traumatischen Erinnerungen zu verarbeiten und in den normalen Gedächtnisablauf zu integrieren. Ziel ist es, die emotionale Belastung, die mit den Erinnerungen verbunden ist, zu verringern und die negativen Glaubenssätze zu verändern, die während des Traumas entstanden sind. EMDR wird nicht nur bei PTBS eingesetzt, sondern auch bei anderen psychischen Störungen, wie Angststörungen, Phobien, Depressionen und bei der Verarbeitung von belastenden Lebensereignissen. Die Methode hat sich als sehr wirksam erwiesen, besonders bei der Behandlung von Trauma und Flashbacks, und wird von vielen Fachleuten weltweit als evidenzbasierte Therapie anerkannt.

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Essstörungen:

Psychische Störungen, die durch gestörtes Essverhalten gekennzeichnet sind, z. B. Anorexia nervosa (ICD-10: F50.0) oder Bulimia nervosa (ICD-10: F50.2).

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Expositionstherapie:

Psychotherapeutische Technik zur Behandlung von Ängsten durch gezielte Konfrontation mit angstauslösenden Reizen.

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F

Flashback:

Eine intensive und lebendige Erinnerung an ein traumatisches oder belastendes Ereignis aus der Vergangenheit, die plötzlich und unkontrollierbar wiedererlebt wird. In einem Flashback fühlt sich die betroffene Person oft so, als ob sie das Ereignis erneut durchlebt, mit allen damit verbundenen Gefühlen, Sinneseindrücken und Ängsten.

Flashbacks sind häufig ein Symptom von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), können aber auch in anderen psychischen Erkrankungen oder bei extremem Stress auftreten. Sie können von verschiedenen Faktoren ausgelöst werden, wie zum Beispiel bestimmten Gerüchen, Geräuschen oder anderen Reizen, die mit dem traumatischen Ereignis verbunden sind. Während eines Flashbacks kann die betroffene Person das Gefühl haben, die Kontrolle über ihre Wahrnehmung und ihre Reaktionen zu verlieren, was zu intensiven emotionalen und körperlichen Reaktionen führen kann.

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Fremdaggressivität:

Gewalt oder Aggression, die sich gegen andere richtet, häufig bei psychotischen oder manischen Zuständen.

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G

Gedankenflucht:

Ein Begriff aus der Psychiatrie und beschreibt ein psychopathologisches Phänomen, bei dem das Denken stark beschleunigt ist und die Gedankengänge sehr sprunghaft und unzusammenhängend wirken. Dies kann für Außenstehende verwirrend sein, da Betroffene ständig das Thema wechseln, ohne dass eine klare Linie erkennbar ist.

Merkmale der Gedankenflucht

  • Beschleunigtes Denken: Die Betroffenen denken und sprechen extrem schnell.
  • Themenwechsel: Die Gedanken springen ständig von einem Thema zum nächsten, oft ohne klaren Zusammenhang.
  • Ablenkbarkeit: Das Denken wird von äußeren Reizen oder zufälligen Assoziationen beeinflusst.
  • Unvollendete Sätze: Die Betroffenen brechen ihre Sätze oft ab, weil ihnen ständig neue Gedanken kommen.
  • Eingeschränkte Konzentration: Es fällt schwer, beim Thema zu bleiben oder logisch zu argumentieren.

Typische Situationen und Krankheitsbilder

Gedankenflucht tritt häufig bei bestimmten psychischen Erkrankungen auf:

  • Manie: Typisches Symptom in einer manischen Phase bei bipolaren Störungen. Betroffene wirken sehr redselig, sprunghaft und euphorisch.
  • Schizophrenie: In bestimmten Phasen der Schizophrenie kann die Gedankenflucht auftreten, häufig begleitet von anderen Denkstörungen.
  • Intoxikationen: Auch unter Drogeneinfluss (z. B. bei Stimulanzien wie Kokain oder Amphetaminen) kann es zu Gedankenflucht kommen.
  • Angstzustände: In akuten Angstzuständen kann das Denken ebenfalls beschleunigt und unstrukturiert wirken.

Abgrenzung zu anderen Denkstörungen

Gedankenflucht ist zu unterscheiden von:

  • Ideenflucht: Ähnlich, jedoch mit noch stärkerer Zerfahrenheit und völligem Verlust der Zielgerichtetheit.
  • Grübeln: Hier drehen sich die Gedanken kreisförmig um ein bestimmtes Thema, meist in depressiven Zuständen.
  • Gedankenabreißen: Plötzliches Stoppen des Gedankenflusses ohne ersichtlichen Grund, oft bei Schizophrenie.

Therapeutische Bedeutung

Gedankenflucht ist ein wichtiges diagnostisches Kriterium und Hinweis auf eine mögliche psychische Erkrankung. In der Behandlung steht die Stabilisierung des affektiven Zustands (z. B. durch medikamentöse Therapie und Psychotherapie) im Vordergrund.

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

Möller, Laux, Kapfhammer, 2017. Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.

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Glaubenssätze:

Tief verwurzelte Überzeugungen, die ein Mensch über sich selbst, andere und die Welt hat. Sie entstehen in der Kindheit und Jugend durch Erfahrungen, soziale Einflüsse und die Erziehung. Diese Überzeugungen sind häufig unbewusst und beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln. Glaubenssätze können positiv und unterstützend sein oder begrenzend wirken und damit zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Belastungen beitragen.

Arten von Glaubenssätzen

Glaubenssätze lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:

  • Förderliche Glaubenssätze: Sie stärken das Selbstvertrauen und fördern die persönliche Entwicklung.
    Beispiel: „Ich kann Herausforderungen meistern.“
  • Einschränkende (negative) Glaubenssätze: Diese führen zu Selbstzweifeln und Ängsten und können die psychische Gesundheit beeinträchtigen.
    Beispiel: „Ich bin nicht gut genug.“

Glaubenssätze in der psychischen Gesundheit

In der psychischen Gesundheitsversorgung spielen Glaubenssätze eine wichtige Rolle. Negative oder dysfunktionale Glaubenssätze sind häufig bei der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen beteiligt, insbesondere bei:

  • Depressionen (z. B. „Ich bin wertlos.“)
  • Angststörungen (z. B. „Die Welt ist gefährlich.“)
  • Essstörungen (z. B. „Ich muss perfekt sein, um akzeptiert zu werden.“)
  • Persönlichkeitsstörungen (z. B. „Ich darf niemandem vertrauen.“)

Entstehung von Glaubenssätzen

Die Entwicklung von Glaubenssätzen beginnt in der frühen Kindheit und ist stark von Erfahrungen mit Bezugspersonen, gesellschaftlichen Einflüssen und emotional prägenden Erlebnissen geprägt. Wiederholte Aussagen und Erlebnisse bilden dabei unser Selbstbild und Weltverständnis. Traumatische Erfahrungen können zu tief verankerten, negativen Überzeugungen führen.

Therapeutische Arbeit mit Glaubenssätzen

In der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) steht die Arbeit mit Glaubenssätzen im Mittelpunkt. Ziel ist es, negative Glaubenssätze zu erkennen, zu hinterfragen und durch hilfreichere, realistischere Überzeugungen zu ersetzen.

Methoden zur Veränderung negativer Glaubenssätze:

  1. Identifikation: Negative Glaubenssätze erkennen und notieren.
  2. Hinterfragen und Prüfen: Den Wahrheitsgehalt des Glaubenssatzes überprüfen („Gibt es Beweise dafür oder dagegen?“).
  3. Umformulieren: Neue, hilfreiche Überzeugungen formulieren.
    Beispiel: Aus „Ich bin nicht gut genug“ wird „Ich gebe mein Bestes, und das reicht.“
  4. Positive Erfahrungen sammeln: Neue Erfahrungen stärken die veränderten Überzeugungen.

Bedeutung in der Patientenedukation

In der Patientenedukation ist es entscheidend, Betroffene darin zu unterstützen, bestimmte Glaubenssätze zu erkennen und ihre Wirkung auf die psychische Gesundheit zu verstehen. Angehörige können ebenfalls davon profitieren, um destruktive Muster in der Kommunikation zu vermeiden und die Genesung zu fördern.

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

Beck, 1976. Cognitive therapy and the emotional disorders.
Ellis, 2001. Overcoming destructive beliefs, feelings, and behaviors.
Kaluza, 2018. Stressbewältigung.
Young, Klosko, Weishaar, 2006. Schema Therapy.

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Gruppentherapie:

Eine psychotherapeutische Methode, bei der mehrere Patient:innen unter Anleitung eines Therapeuten gemeinsam an ihren Problemen arbeiten. Gruppentherapie wird häufig in der psychiatrischen Pflege eingesetzt, um soziale Kompetenzen zu stärken und gegenseitige Unterstützung zu fördern.

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H

Halluzinationen:

Wahrnehmungen ohne äußeren Reiz, z. B. Stimmenhören (ICD-10: F06.0 bei organischen Ursachen oder F20 bei Schizophrenie).

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Hypervigilanz:

Ein Zustand erhöhter Wachsamkeit und Anspannung, bei dem eine Person ständig auf potenzielle Bedrohungen oder Gefahren achtet. Menschen, die unter Hypervigilanz leiden, sind oft übermäßig aufmerksam auf ihre Umgebung und reagieren überempfindlich auf Reize, die von anderen als harmlos wahrgenommen werden. Sie können sich ständig bedroht oder in Gefahr fühlen, auch wenn keine objektive Bedrohung vorhanden ist.

Dieser Zustand tritt häufig im Zusammenhang mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), Angststörungen oder auch in stressreichen Lebenssituationen auf.

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Hypomanie:

Abgeschwächte Form der Manie, oft mit gesteigerter Produktivität und Energie, aber ohne schwerwiegende Funktionsbeeinträchtigung (ICD-10: F31.0).

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I

Ich-Störungen:

Psychopathologisches Phänomen, bei dem die Grenze zwischen dem Selbst und der Umwelt verschwimmt. Betroffene erleben beispielsweise Gedanken als nicht zu ihnen gehörend (Gedankeneingebung) oder haben das Gefühl, dass ihr Handeln von außen gesteuert wird. Ich-Störungen treten häufig bei psychotischen Erkrankungen, insbesondere Schizophrenie, auf.

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Impulskontrollstörung:

Die Schwierigkeit, impulsive Handlungen zu kontrollieren, die oft zu negativen Konsequenzen führen. Betroffene Personen haben einen inneren Drang, bestimmte Handlungen auszuführen, obwohl sie sich der schädlichen Folgen bewusst sind.

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Insomnie:

Insomnie (Schlaflosigkeit) ist eine Schlafstörung, bei der Betroffene Schwierigkeiten haben, einzuschlafen, durchzuschlafen oder trotz ausreichender Schlafdauer nicht erholt aufwachen. Insomnie kann kurzfristig (akut) oder langfristig (chronisch) auftreten und erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben und die Gesundheit haben.

Symptome der Insomnie

  • Einschlafprobleme (länger als 30 Minuten)
  • Häufiges nächtliches Erwachen und Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen
  • Frühes Erwachen am Morgen ohne Möglichkeit, erneut einzuschlafen
  • Tagesmüdigkeit, Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme
  • Gereiztheit, Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen
  • Reduzierte Leistungsfähigkeit im Alltag oder Beruf

Ursachen der Insomnie

Insomnie kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter:

1. Psychische Ursachen:
  • Stress und Sorgen (beruflich oder privat)
  • Angststörungen oder Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
2. Physiologische Ursachen:
  • Schmerzen (z. B. bei chronischen Erkrankungen wie Arthritis)
  • Hormonelle Veränderungen (z. B. Wechseljahre)
  • Neurologische Erkrankungen (z. B. Parkinson, Demenz)
3. Lebensstilfaktoren:
  • Ungünstige Schlafgewohnheiten (z. B. spätes Arbeiten am Bildschirm)
  • Koffein, Alkohol oder Nikotin in den Abendstunden
  • Unregelmäßige Schlafenszeiten (z. B. Schichtarbeit, Jetlag)
4. Umweltfaktoren:
  • Lärm, Licht oder unangenehme Temperaturen im Schlafzimmer
  • Unbequeme Matratze oder Schlafumgebung

Behandlung der Insomnie

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und kann umfassen:

1. Schlafhygiene verbessern:
  • Feste Schlafenszeiten einhalten
  • Bildschirmnutzung (Handy, TV) vor dem Schlafengehen meiden
  • Entspannende Rituale einführen (z. B. Lesen, Meditation)
2. Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (CBT-I):
  • Veränderung negativer Denkmuster rund um den Schlaf
  • Erlernen von Entspannungstechniken und besserem Schlafverhalten
3. Medikamentöse Behandlung:
  • Kurzfristiger Einsatz von Schlafmitteln unter ärztlicher Aufsicht
  • Pflanzliche Präparate wie Baldrian oder Melatonin
4. Entspannungsverfahren:
  • Progressive Muskelentspannung
  • Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (z. B. Meditation, Yoga)

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

Mayer, 2020. Insomnie bei neurologischen Erkrankungen.
Morin & Benca, 2012. Chronic insomnia.
Riemann, Baglioni, Bassetti et al., 2017. European guideline for the diagnosis and treatment of insomnia.
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), 2022. Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Insomnien.

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Interaktionstherapie:

Ein psychotherapeutischer Ansatz, der soziale Interaktionen in Gruppen oder Einzelsitzungen nutzt, um Kommunikationsfähigkeiten und soziale Kompetenzen zu fördern. Häufig eingesetzt in der psychiatrischen Pflege bei Patient:innen mit sozialen Ängsten oder Persönlichkeitsstörungen.

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J

K

Kachektisch:

Ein körperlicher Zustand, der durch extremen Gewichtsverlust, Muskelschwund und allgemeine Schwäche gekennzeichnet ist. Menschen, die als kachektisch beschrieben werden, leiden oft unter sichtbarer Abmagerung, hervorstehenden Knochenstrukturen und einem erheblichen Verlust an Muskel- und Fettgewebe. Weitere Informationen siehe „Kachexie“.

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Kachexie:

Ein schwerwiegendes, meist chronisches Syndrom, das durch einen ungewollten, erheblichen Gewichtsverlust, Muskelabbau (Sarkopenie), Appetitlosigkeit (Anorexie) und allgemeine Schwäche gekennzeichnet ist. Es tritt häufig im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen wie Krebs, chronischer Herzinsuffizienz, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder fortgeschrittenen neurologischen und gastrointestinalen Erkrankungen auf. Auch Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa können zu einem kachektischen Zustand führen.

Merkmale von Kachexie:

  • Unfreiwilliger, progressiver Gewichtsverlust trotz ausreichender oder erhöhter Nahrungsaufnahme
  • Reduktion der Muskelmasse (Sarkopenie) mit oder ohne Verlust von Fettgewebe
  • Erhöhte Entzündungsmarker im Körper
  • Appetitlosigkeit (Anorexie) und frühzeitiges Sättigungsgefühl
  • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und allgemeine Erschöpfung
  • Stoffwechselveränderungen, die den Gewichtsverlust trotz adäquater Nahrungsaufnahme verstärken

Ursachen: Die genaue Pathophysiologie ist komplex und multifaktoriell. Hauptursachen sind:

  • Chronische Entzündungsprozesse, die zu einem gesteigerten Protein- und Energieverbrauch führen
  • Eine gestörte Nährstoffverwertung aufgrund von Erkrankungen oder Behandlungen (z. B. Chemotherapie)
  • Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa
  • Hormonelle Dysbalancen, die den Muskel- und Fettabbau beschleunigen
  • Psychosoziale Faktoren wie Depressionen, Angststörungen oder soziale Isolation

Diagnose: Die Diagnose basiert auf klinischen Kriterien, darunter:

  • Unbeabsichtigter Gewichtsverlust von mehr als 5 % des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten
  • Body-Mass-Index (BMI) unter 20 kg/m² (bei älteren Menschen unter 22 kg/m²)
  • Sarkopenie, d. h. ein signifikanter Verlust an Muskelmasse
  • Reduzierte Muskelkraft und körperliche Funktion

Therapieansätze: Ein multidisziplinärer Ansatz ist erforderlich, der Folgendes umfasst:

  • Ernährungsintervention: Sicherstellung einer ausreichenden Energie- und Proteinzufuhr durch kalorienreiche und proteinreiche Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel
  • Medikamentöse Therapie: Einsatz von Appetitanregern (z. B. Mirtazapin oder Megestrolacetat) und entzündungshemmenden Medikamenten
  • Bewegungstherapie: Zur Erhaltung der Muskelmasse und Verbesserung der Lebensqualität
  • Psychosoziale Unterstützung: Zur Behandlung zugrunde liegender psychischer Erkrankungen und zur Förderung eines positiven Essverhaltens

Kachexie unterscheidet sich von einfacher Mangelernährung, da sie durch tiefgreifende Stoffwechselveränderungen gekennzeichnet ist, die oft schwer reversibel sind. Ein frühzeitiges Eingreifen ist essenziell, um die Prognose und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

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Katatonie:

Ein psychomotorisches Syndrom, das sich durch extreme Bewegungsarmut (Stupor), Bewegungsstereotypien oder eine gesteigerte Erregbarkeit auszeichnen kann. Es tritt häufig bei Schizophrenie oder schweren affektiven Störungen auf.

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Ketamintherapie:

Eine Behandlungsmethode, bei der Ketamin, ein ursprünglich als Anästhetikum eingesetztes Medikament, zur Behandlung von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen verwendet wird. Ketamin wirkt schnell und kann besonders bei therapieresistenten Depressionen hilfreich sein, wenn herkömmliche Medikamente nicht ausreichend wirken. Es wird in niedrigen Dosen intravenös oder manchmal intranasal verabreicht. Die genaue Wirkungsweise von Ketamin ist noch nicht vollständig verstanden, aber es wird angenommen, dass es die Aktivität von Gehirnrezeptoren (NMDA-Rezeptoren) beeinflusst und so schnell stimmungsaufhellende Effekte erzielt. Ketamin wird zunehmend auch bei Angststörungen, posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und Suizidgedanken eingesetzt, jedoch sollte die Therapie nur unter ärztlicher Aufsicht und in spezialisierten Einrichtungen erfolgen.

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Kleptomanie:

Der Drang, Dinge zu stehlen, ohne es aus einem praktischen Bedürfnis heraus zu tun.

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Kognitive Verhaltenstherapie (KVT):

Eine psychotherapeutische Methode, die darauf abzielt, dysfunktionale Denkmuster und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu verändern, um psychische Störungen wie Depressionen oder Angststörungen zu behandeln.

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Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS):

Eine psychische Erkrankung, die als Folge langanhaltender oder wiederholter traumatischer Ereignisse auftritt, oft im Zusammenhang mit anhaltender Misshandlung, Gewalt oder Vernachlässigung. Im Vergleich zur klassischen PTBS umfasst K-PTBS zusätzlich emotionale Dysregulation, negative Selbstwahrnehmung und Beziehungsprobleme. Die Diagnose erfolgt nach ICD-11 unter dem Code 6B41. Behandlungsmöglichkeiten umfassen Psychotherapie, Traumatherapie und psychosoziale Unterstützung.

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Konfabulation:

Unbewusstes Erfinden oder Verfälschen von Erinnerungen, häufig bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen wie dem Korsakow-Syndrom oder Demenz.

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Körperbezogene Therapien:

Behandlungsansätze in der psychiatrischen Pflege, die den Fokus auf den Körper legen, wie Bewegungstherapie, Ergotherapie oder Entspannungstechniken zur Förderung des Wohlbefindens und zur Unterstützung der psychischen Stabilität.

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Korsakow-Syndrom:

Eine schwere Gedächtnisstörung, die meist durch chronischen Alkoholmissbrauch verursacht wird und durch Orientierungsstörungen, Konfabulationen (Erfinden von Erinnerungen) und eingeschränkte Merkfähigkeit gekennzeichnet ist.

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Krisenintervention:

Eine kurzfristige, unterstützende Maßnahme, um Patient:innen in akuten psychischen Krisen zu stabilisieren, z. B. bei Suizidalität oder akuten Belastungsreaktionen.

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Kontinenztraining:

Ein pflegerisches Konzept zur Förderung der Blasen- und Darmentleerungskontrolle, das besonders in der geriatrischen und psychiatrischen Pflege Anwendung findet.

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L

Lagerungstherapie:

Eine pflegerische Maßnahme zur Vermeidung von Druckgeschwüren (Dekubitus) und zur Unterstützung der Atmung bei bettlägerigen Patient:innen. In der psychiatrischen Pflege wird sie zur Beruhigung und Förderung des Wohlbefindens eingesetzt.

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Lebenskompetenztraining:

Ein therapeutischer Ansatz zur Förderung von Alltagskompetenzen, Selbstständigkeit und Problemlösungsstrategien bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ziel ist es, die soziale und berufliche Teilhabe zu verbessern.

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Legasthenie:

Eine spezifische Lernstörung, die sich durch erhebliche Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens äußert. In der Psychiatrie wird sie häufig bei Kindern diagnostiziert und mit speziellen Fördermaßnahmen behandelt.

Lichttherapie:

Eine therapeutische Methode zur Behandlung saisonaler Depressionen (SAD) und anderer affektiver Störungen. Sie basiert auf der gezielten Exposition gegenüber künstlichem Tageslicht, um den circadianen Rhythmus zu regulieren.

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Limbisches System:

Ein Bereich des Gehirns, der für die Regulation von Emotionen, Motivation und Gedächtnis verantwortlich ist. Störungen im limbischen System sind häufig mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen verbunden.

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Logorrhoe:

Ein Symptom, das sich durch einen unkontrollierten Redefluss äußert. Betroffene sprechen sehr viel und oft ohne Zusammenhang, was bei manischen Episoden oder Schizophrenie auftreten kann.

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Lerntherapie:

Eine pädagogisch-therapeutische Intervention zur Unterstützung von Menschen mit Lernstörungen, z. B. bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Dyskalkulie.

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Lustlosigkeit (Anhedonie):

Ein häufiges Symptom bei Depressionen, bei dem Betroffene keine Freude oder Motivation für alltägliche Aktivitäten empfinden. Dies betrifft sowohl psychische als auch körperliche Aktivitäten.

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M

Major Depression:

Auch als schwere depressive Episode bezeichnet, ist eine der am häufigsten vorkommenden und schwerwiegenden Formen der Depression. Sie ist durch eine anhaltende und tiefgreifende Niedergeschlagenheit und Traurigkeit gekennzeichnet, die den Alltag erheblich beeinträchtigen. Neben der Traurigkeit umfassen die Symptome auch den Verlust von Interesse an Aktivitäten, die normalerweise Freude bereiten, Schlafstörungen (z. B. Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafen), Veränderungen im Appetit oder Gewicht, Konzentrationsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit, das Gefühl der Wertlosigkeit oder Schuld und Gedanken an den Tod oder Selbstmord. Im Gegensatz zu weniger intensiven Formen der Depression sind die Symptome bei einer Major Depression so schwerwiegend, dass sie das normale Leben der betroffenen Person deutlich beeinträchtigen und eine Behandlung erforderlich machen. Die Therapie umfasst oft eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Erkrankung kann in Episoden auftreten, die Wochen oder Monate dauern, und ohne Behandlung besteht das Risiko einer wiederkehrenden Depression.

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Manie:

Zustand übersteigerter Stimmung, Antriebssteigerung und Risikoverhalten (ICD-10: F30, ICD-11: 6A60).

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Minderbegabung:

Kognitive Einschränkungen, die unterdurchschnittliche Intelligenz und Anpassungsschwierigkeiten umfassen (ICD-10: F70–F79).

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N

Nachhallphänomen:

Ein psychopathologisches Symptom, bei dem Patienten das Gefühl haben, dass ihre Gedanken oder Handlungen nachwirken oder von anderen Menschen kontrolliert werden. Dies tritt häufig bei Schizophrenie auf.

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Nächtliche Unruhe:

Ein häufiges Problem bei Menschen mit Demenz oder psychiatrischen Erkrankungen, bei dem sie in der Nacht unruhig werden, umherwandern oder desorientiert sind.

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Narbenbildung durch Selbstverletzung:

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Langfristige Folgen von selbstverletzendem Verhalten, die in der psychiatrischen Pflege besondere Aufmerksamkeit erfordern, sowohl in physischer als auch in psychologischer Hinsicht.

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Negativsymptomatik:

Symptome, die bei psychischen Erkrankungen, insbesondere Schizophrenie, auftreten und sich durch einen Verlust normaler Funktionen äußern, z. B. Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug oder emotionale Verflachung.

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Neurose:

Eine psychische Störung, die durch anhaltende Ängste, Zwänge oder depressive Verstimmungen gekennzeichnet ist, jedoch keine schwerwiegenden Realitätsverluste wie bei Psychosen aufweist.

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Neurotransmitter:

Chemische Botenstoffe im Gehirn, die für die Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen verantwortlich sind. Störungen im Neurotransmitterhaushalt können zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen führen.

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Nicht-suizidale Selbstverletzung (NSSV):

Selbstverletzendes Verhalten, das nicht mit einer unmittelbaren suizidalen Absicht verbunden ist. Betroffene fügen sich bewusst Verletzungen zu, um emotionale Spannungen abzubauen.

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Night Eating Syndrome (NES):

Eine Essstörung, die durch wiederholtes nächtliches Essen und eine gestörte Verteilung der Nahrungsaufnahme über den Tag gekennzeichnet ist. Betroffene nehmen einen erheblichen Teil ihrer täglichen Kalorienzufuhr in den späten Abendstunden oder während der Nacht zu sich. Die Störung ist häufig mit Schlafproblemen, Stimmungsschwankungen und einem gestörten Essverhalten verbunden.

Merkmale des Night Eating Syndrome:

  • Wiederholtes Essen während der Nacht oder späte Mahlzeiten mit einem hohen Kalorienanteil nach dem Abendessen
  • Bewusstes nächtliches Essen (im Gegensatz zum Schlafessen bei einer Schlafstörung)
  • Morgendliche Appetitlosigkeit und eine geringe Nahrungsaufnahme tagsüber
  • Gefühl des Kontrollverlusts über das Essverhalten in der Nacht
  • Emotionale Auslöser wie Stress, Depressionen oder Angstzustände
  • Schlafstörungen oder häufiges Erwachen mit dem Bedürfnis zu essen

Ursachen: Die genauen Ursachen von NES sind nicht vollständig geklärt, aber verschiedene Faktoren spielen eine Rolle, darunter:

  • Hormonelle Ungleichgewichte: Veränderungen bei Melatonin und Cortisol beeinflussen den Hunger- und Schlafrhythmus.
  • Psychologische Faktoren: Stress, Depressionen und Angststörungen können das nächtliche Essen begünstigen.
  • Gestörte Essgewohnheiten: Unregelmäßige Mahlzeitenverteilung und restriktive Diäten am Tag.
  • Genetische Prädisposition: Eine familiäre Häufung wurde beobachtet.

Folgen des Night Eating Syndrome: Unbehandelt kann NES zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, darunter:

  • Gewichtszunahme und Adipositas
  • Erhöhtes Risiko für metabolische Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2
  • Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
  • Psychische Belastung durch Schuldgefühle und Frustration

Diagnose: Die Diagnose erfolgt anhand von spezifischen Kriterien, darunter:

  • Einnahme von mindestens 25 % der täglichen Kalorien nach dem Abendessen
  • Mindestens zwei nächtliche Essanfälle pro Woche über einen längeren Zeitraum
  • Beeinträchtigung der Lebensqualität durch das Essverhalten

Behandlung: Die Therapie des Night Eating Syndrome erfordert einen multidisziplinären Ansatz:

  • Verhaltenstherapie: Zur Erkennung und Änderung von auslösenden Faktoren
  • Ernährungsberatung: Entwicklung einer ausgewogenen Mahlzeitenstruktur über den Tag
  • Medikamentöse Behandlung: Einsatz von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) oder Schlafregulierungsmedikamenten
  • Schlafhygiene: Verbesserung der Schlafqualität durch Routinen und stressreduzierende Maßnahmen

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Nihilismus (Wahn):

Eine psychotische Überzeugung, bei der Betroffene glauben, dass sie oder die Welt nicht existieren oder dass sie keine Bedeutung haben. Dies tritt häufig bei schweren depressiven oder psychotischen Störungen auf.

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Neurokognitive Störungen:

Erkrankungen, die mit einer Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen einhergehen, wie z. B. Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Planungsstörungen, oft bei Demenz oder nach Hirnverletzungen.

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Neuroleptika:

Medikamente, die zur Behandlung von Psychosen eingesetzt werden, insbesondere bei Schizophrenie und bipolaren Störungen. Sie wirken durch Beeinflussung der Neurotransmitter im Gehirn.

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O

Obsessionen:

Aufdringliche, wiederkehrende Gedanken oder Impulse, die als unangenehm und unkontrollierbar erlebt werden. Sie treten häufig im Rahmen einer Zwangsstörung (ICD-10: F42) auf.

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Olfaktorische Halluzinationen:

Geruchswahrnehmungen ohne reale Quelle, die bei neurologischen Erkrankungen oder psychotischen Störungen wie Schizophrenie auftreten können.

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Onychophagie:

Nägelkauen, das übermäßige oder zwanghafte Formen annehmen kann. Es tritt häufig als Ausdruck von Stress oder Angst auf und kann in die Zwangsstörung eingeordnet werden.

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Opioidabhängigkeit:

Eine Substanzgebrauchsstörung, die durch den Missbrauch von opioidhaltigen Medikamenten oder illegalen Substanzen wie Heroin gekennzeichnet ist. In der Psychiatrie spielt die Behandlung mit Substitutionstherapien wie Methadon eine Rolle.

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Opportunistische Infektionen:

Infektionen, die bei immungeschwächten Patient:innen auftreten, insbesondere bei Menschen mit psychischen Erkrankungen, die ihre Körperpflege oder Ernährung vernachlässigen.

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Organische psychische Störungen:

Psychische Erkrankungen, die durch eine nachweisbare körperliche Ursache wie Hirnverletzungen, Demenz oder Stoffwechselerkrankungen ausgelöst werden.

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Orientierungsstörung:

Eine Beeinträchtigung der Fähigkeit, sich in Bezug auf Zeit, Ort, Situation oder Person richtig einzuordnen. Häufig bei Demenz, Delir oder nach schweren Traumata zu beobachten.

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Orthorexie (Orthorexia nervosa):

Eine Essstörung, die sich durch eine zwanghafte Fixierung auf gesunde Ernährung und den Verzehr ausschließlich „reiner“ oder „gesunder“ Lebensmittel auszeichnet. Betroffene entwickeln eine übermäßige Sorge um die Qualität und Herkunft ihrer Nahrung, was zu starken Einschränkungen in der Nahrungsaufnahme führen kann. Dies kann langfristig zu Mangelernährung und sozialen Einschränkungen führen.

Merkmale von Orthorexie:

  • Obsessive Beschäftigung mit gesunder Ernährung und „sauberen“ Lebensmitteln
  • Strikte Vermeidung bestimmter Lebensmittelgruppen (z. B. Zucker, Fett, verarbeitete Lebensmittel)
  • Übermäßiges Interesse an Inhaltsstoffen, Nährwerten und Zubereitungsmethoden
  • Schuldgefühle oder Angst beim Verzehr von als „ungesund“ empfundenen Lebensmitteln
  • Soziale Isolation aufgrund eingeschränkter Ernährungsgewohnheiten
  • Körperliche Folgen wie Nährstoffmangel oder Untergewicht

Unterschied zu anderen Essstörungen:

Im Gegensatz zu Magersucht (Anorexia nervosa) steht bei Orthorexie nicht die Angst vor Gewichtszunahme im Vordergrund, sondern der Wunsch, sich „rein“ oder „gesund“ zu ernähren. Die Nahrungsaufnahme wird durch strenge persönliche Regeln kontrolliert, was das tägliche Leben stark beeinflussen kann.

Ursachen:

  • Perfektionismus und hohe Selbstansprüche
  • Soziale Medien und gesellschaftlicher Druck zur gesunden Ernährung
  • Angst vor Krankheiten und Gesundheitsproblemen
  • Psychische Begleiterkrankungen wie Zwangsstörungen oder Angststörungen

Folgen:

  • Nährstoffmangel durch zu restriktive Ernährung
  • Soziale Isolation durch Vermeidung gemeinsamer Mahlzeiten
  • Psychische Belastung durch ständigen Zwang, „perfekt“ zu essen
  • Geringere Lebensqualität durch Ernährungsfixierung

Behandlung:

Die Therapie erfordert häufig einen multidisziplinären Ansatz, einschließlich:

  • Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie
  • Ernährungsberatung zur Entwicklung eines ausgewogenen Essverhaltens
  • Achtsamkeitstraining zur Reduzierung des Perfektionismus
  • Aufbau eines gesunden Verhältnisses zur Ernährung

Orthorexie ist derzeit keine offiziell anerkannte Diagnose in den gängigen psychiatrischen Klassifikationen (DSM-5 oder ICD-10), wird aber zunehmend als ernstzunehmendes Problem wahrgenommen.

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Othello-Syndrom:

Eine psychische Störung, bei der Betroffene unter einem krankhaften Eifersuchtswahn leiden, oft im Zusammenhang mit psychotischen Erkrankungen oder Alkoholmissbrauch.

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Overcompliance:

Ein Verhalten, bei dem Patient:innen übermäßig angepasst oder gehorsam gegenüber medizinischem Personal auftreten. Dies kann ein Zeichen von Unsicherheit, Angst oder Abhängigkeit sein.

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Overinclusion (Überinklusion):

Ein Denksstil, bei dem Betroffene unwichtige Details in ihre Überlegungen mit einbeziehen, was zu einer schwer nachvollziehbaren und ineffizienten Gedankenführung führen kann. Häufig bei Schizophrenie beobachtet.

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P

Panikstörung:

Wiederkehrende, unerwartete Panikattacken, oft ohne klaren Auslöser (ICD-10: F41.0).

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Paranoia:

Eine psychische Störung, die durch anhaltende und unbegründete Ängste vor Verfolgung oder Bedrohung gekennzeichnet ist. Menschen, die unter Paranoia leiden, sind oft überzeugt, dass andere Menschen ihnen schaden wollen, auch wenn keine objektiven Beweise dafür vorliegen. Diese Ängste können so intensiv sein, dass sie das tägliche Leben der betroffenen Person stark beeinträchtigen und zu Misstrauen gegenüber anderen führen.

Verschiedene Formen der Paranoia, z. B.:

  • Verfolgungswahn: Die Überzeugung, dass man von anderen verfolgt oder schikaniert wird.
  • Beziehungswahn: Der Glaube, dass Ereignisse oder Handlungen anderer Menschen eine spezielle Bedeutung für einen selbst haben.
  • Größenwahn: Die Vorstellung, eine außergewöhnliche oder überragende Bedeutung zu haben.

Paranoia tritt häufig im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, schizoaffektiven Störungen, bipolaren Störungen oder auch Angststörungen auf. Sie kann auch durch Drogenkonsum oder als Reaktion auf stressige Lebensereignisse entstehen. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten, die helfen, die Ängste und den Wahn zu lindern.

PEG (Perkutane endoskopische Gastrostomie):

Ein medizinisches Verfahren zur langfristigen enteralen Ernährung. Dabei wird eine Ernährungssonde durch die Bauchdecke direkt in den Magen eingeführt. Dieses Verfahren wird insbesondere bei Patienten angewendet, die aufgrund von neurologischen Erkrankungen (z. B. Schlaganfall oder Demenz), Tumorerkrankungen oder schweren Schluckstörungen (Dysphagie) nicht mehr in der Lage sind, auf natürlichem Wege Nahrung aufzunehmen. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv mittels Endoskopie und hat sich als Standardmethode zur enteralen Ernährung etabliert.

Vorteile:

  • Langfristige Sicherstellung der Nahrungszufuhr
  • Schonung der oberen Atemwege
  • Verbesserung der Lebensqualität bei bestimmten Indikationen

Risiken:

  • Infektionen an der Einstichstelle
  • Verstopfung oder Verrutschen der Sonde
  • Magen-Darm-Komplikationen wie Durchfall oder Verstopfung

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

Rosenbaum, Riemann, Schilling, 2015. Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG).

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Persönlichkeitsstörungen:

Störungen, die tiefgreifende Muster im Denken, Fühlen und Verhalten betreffen, z. B. narzisstische (ICD-10: F60.8) oder paranoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.0).

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Pica-Syndrom:

Eine Essstörung, die durch das wiederholte, zwanghafte Verlangen nach und den Verzehr von nicht essbaren oder nährstoffarmen Substanzen gekennzeichnet ist. Typischerweise konsumieren Betroffene Materialien wie Erde, Kreide, Papier, Seife, Haar, Sand oder Farbe. Das Pica-Syndrom tritt häufig im Zusammenhang mit anderen medizinischen oder psychischen Erkrankungen auf, wie z. B. Eisenmangelanämie, Schwangerschaft, Entwicklungsstörungen (z. B. Autismus) oder Schizophrenie.

Merkmale des Pica-Syndroms:

  • Wiederholtes Essen von nicht-nahrhaften oder unverdaulichen Substanzen über einen Zeitraum von mindestens einem Monat
  • Das Verhalten entspricht nicht der kulturellen oder alterssprechenden Norm
  • Mögliche gesundheitliche Komplikationen, wie Vergiftungen, Verdauungsprobleme oder Mangelernährung
  • Häufig tritt Pica in Verbindung mit bestimmten Mangelzuständen oder psychischen Störungen auf

Ursachen: Die genauen Ursachen des Pica-Syndroms sind nicht vollständig geklärt, jedoch spielen mehrere Faktoren eine Rolle, darunter:

  • Nährstoffmangel: Häufig assoziiert mit Eisen- oder Zinkmangel
  • Psychische Erkrankungen: Schizophrenie, Autismus oder zwanghafte Störungen
  • Schwangerschaft: Veränderte hormonelle Bedürfnisse oder Mangelerscheinungen
  • Kulturelle oder soziale Faktoren: In einigen Kulturen ist das Essen bestimmter nicht-nahrhafter Stoffe akzeptiert
  • Entwicklungsstörungen: Häufiger bei Kindern mit geistigen oder entwicklungsbedingten Behinderungen

Folgen: Unbehandelt kann das Pica-Syndrom zu schweren gesundheitlichen Problemen führen, darunter:

  • Vergiftungen (z. B. durch Farbe oder Metalle)
  • Darmverschluss oder Magen-Darm-Probleme
  • Mangelernährung und daraus resultierende körperliche Schwäche
  • Infektionen durch Aufnahme kontaminierter Stoffe

Behandlung: Die Behandlung des Pica-Syndroms umfasst meist:

  • Medizinische Intervention: Behandlung von zugrunde liegenden Mängeln (z. B. Eisen- oder Zinkpräparate)
  • Psychotherapie: Verhaltenstherapeutische Ansätze zur Verhaltensänderung
  • Ernährungsberatung: Förderung einer ausgewogenen Ernährung
  • Medikamentöse Behandlung: In schweren Fällen können Medikamente gegen Zwangsstörungen eingesetzt werden

Das Pica-Syndrom erfordert eine umfassende interdisziplinäre Betreuung, um sowohl die physischen als auch die psychischen Aspekte der Erkrankung anzugehen.

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Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS):

Ein standardisiertes Instrument zur Erfassung und Quantifizierung psychopathologischer Symptome, insbesondere bei Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen. Sie wurde 1987 von Stanley Kay, Lewis Opler und Abraham Fiszbein entwickelt und zählt zu den weltweit anerkannten Skalen in der psychiatrischen Forschung und klinischen Praxis.

1 Aufbau der PANSS

Die PANSS besteht aus 30 Items, die in drei Hauptskalen unterteilt sind:

  • Positive Syndrome Scale (7 Items)
    Erfasst psychotische Symptome, die über die normale Wahrnehmung hinausgehen, z. B.:

    • Wahnvorstellungen
    • Halluzinationen
    • Denkstörungen
  • Negative Syndrome Scale (7 Items)
    Bewertet Symptome, die mit einem Rückgang normaler Funktionen verbunden sind, z. B.:

    • Affektverflachung
    • Sozialer Rückzug
    • Antriebsverlust
  • General Psychopathology Scale (16 Items)
    Umfasst allgemeine psychische Symptome, z. B.:

    • Angst
    • Depression
    • Kognitive Beeinträchtigungen
    • Unkontrollierte Erregung

Jedes Item wird auf einer siebenstufigen Skala von 1 (nicht vorhanden) bis 7 (extrem ausgeprägt) bewertet.

2 Bedeutung und Anwendung

Die PANSS wird vor allem für:

  • Diagnostik und Verlaufsbeurteilung bei Schizophrenie
  • Evaluierung der Wirksamkeit antipsychotischer Medikamente in klinischen Studien
  • Untersuchung kognitiver und affektiver Störungen im Zusammenhang mit Psychosen

Vorteile:

  • Objektive und standardisierte Erfassung psychotischer Symptome
  • Ermöglicht eine differenzierte Bewertung von positiven, negativen und allgemeinen Symptomen
  • International validiert und breit anwendbar

Nachteile:

  • Relativ zeitaufwendig (ca. 30–45 Minuten)
  • Erfordert geschulte Rater für zuverlässige Ergebnisse

3 Fazit:
Die PANSS ist eines der wichtigsten Instrumente zur Beurteilung schizophrener Symptome und wird in Forschung und Klinik breit angewendet. Durch die Unterscheidung in positive, negative und allgemeine Symptome liefert sie eine differenzierte Einschätzung des psychischen Zustands von Patient:innen.

Klicke hier, um mehr über die Quelle zu erfahren:

Kay, Fiszbein, Opler, 1987. The Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) for schizophrenia.
Opler, Yavorsky, Daniel, 2017. Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) Training.

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Postpartale Depression:

Eine schwere Form der Depression, die nach der Geburt eines Kindes auftreten kann. Im Gegensatz zu den weniger intensiven „Baby Blues“ handelt es sich bei der PPD um eine ernsthafte psychische Erkrankung, die nicht nur Traurigkeit, sondern auch extreme Erschöpfung, Schlafstörungen, Angstgefühle und manchmal auch Schuld- oder Versagensgefühle mit sich bringt. Frauen mit PPD fühlen sich oft überfordert, können Schwierigkeiten haben, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen und erleben starke Stimmungsschwankungen. Die postpartale Depression kann Wochen oder Monate nach der Geburt auftreten und erfordert in der Regel professionelle Behandlung, wie z. B. Psychotherapie und manchmal medikamentöse Therapie.

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Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS):

Reaktion auf ein schwerwiegendes traumatisches Ereignis mit Symptomen wie Flashbacks und Hypervigilanz (ICD-10: F43.1, ICD-11: 6B40).

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Pränatale Depression:

Eine Form der Depression, die während der Schwangerschaft auftritt. Sie ist ähnlich wie eine postpartale Depression, tritt jedoch vor der Geburt des Kindes auf. Frauen, die unter einer pränatalen Depression leiden, können Symptome wie anhaltende Traurigkeit, extreme Müdigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit und das Gefühl der Überforderung erleben. Sie können auch ein vermindertes Interesse an Aktivitäten haben, die ihnen normalerweise Freude bereiten, und Angstzustände oder Schuldgefühle entwickeln. Diese Form der Depression kann durch verschiedene Faktoren wie hormonelle Veränderungen, Stress, frühere depressive Episoden oder schwierige Lebensumstände ausgelöst werden.

Es ist wichtig, pränatale Depression frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, da sie sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind beeinflussen kann. Eine Behandlung kann durch Psychotherapie, Unterstützung durch Fachkräfte oder in einigen Fällen auch durch eine medikamentöse Therapie erfolgen, immer unter ärztlicher Aufsicht.

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Pyromanie:

Das zwanghafte Setzen von Bränden.

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Psychose:

Zustand, bei dem die Wahrnehmung der Realität erheblich gestört ist, z. B. Schizophrenie (ICD-10: F20).

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Q

Querulatorische Persönlichkeitsstörung:

Eine Persönlichkeitsstörung, die durch ein übersteigertes Streben nach Gerechtigkeit, eine Neigung zu rechtlichen Auseinandersetzungen und das ständige Gefühl, benachteiligt oder unfair behandelt zu werden, gekennzeichnet ist.

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Quetiapin:

Ein atypisches Antipsychotikum, das zur Behandlung von Schizophrenie, bipolaren Störungen und depressiven Episoden eingesetzt wird. Es wirkt auf verschiedene Neurotransmittersysteme im Gehirn.

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R

Realitätsverlust:

Eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Realität, die häufig bei psychotischen Störungen wie Schizophrenie oder schweren affektiven Störungen auftritt. Betroffene haben Schwierigkeiten, zwischen realen und irrealen Erlebnissen zu unterscheiden.

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Regression:

Ein Abwehrmechanismus, bei dem Betroffene auf frühere Entwicklungsstadien zurückfallen, z. B. kindliches Verhalten in stressigen oder traumatischen Situationen.

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Reizabschirmung:

Eine pflegerische Intervention, bei der äußere Reize minimiert werden, um Patient:innen mit psychischen Erkrankungen, z. B. bei Überforderung oder Agitation, zu beruhigen und Reizüberflutung zu vermeiden.

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Reizoffenheit:

Ein Zustand erhöhter Empfänglichkeit für äußere Reize, der bei Angststörungen, Manien oder bei sensorischer Überempfindlichkeit im Autismus-Spektrum auftritt.

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Residualsymptome:

Symptome, die nach einer akuten Phase einer psychischen Erkrankung weiterhin bestehen bleiben, jedoch abgeschwächt sind. Häufig beobachtet bei Schizophrenie oder depressiven Störungen.

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Ressourcenorientierung:

Ein Ansatz in der psychiatrischen Pflege, der die Stärken und Fähigkeiten der Patient:innen in den Mittelpunkt stellt, um ihre Autonomie und Selbstwirksamkeit zu fördern.

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Restriktive Essstörung (Restrictive Food Intake Disorder, ARFID):

Eine Essstörung, bei der Betroffene die Nahrungsaufnahme stark einschränken, ohne dass eine Angst vor Gewichtszunahme oder eine verzerrte Körperwahrnehmung, wie bei Anorexia nervosa, im Vordergrund steht. Stattdessen besteht oft eine Abneigung gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln oder eine Angst vor den möglichen Folgen des Essens, wie Erbrechen oder Bauchschmerzen.

Merkmale der restriktiven Essstörung:

  • Einschränkung der Nahrungsaufnahme basierend auf Faktoren wie Geschmack, Textur oder Aussehen von Lebensmitteln
  • Fehlender Appetit oder Desinteresse am Essen
  • Angst vor negativen Folgen wie Erstickungsgefahr oder Magen-Darm-Beschwerden
  • Kein primärer Fokus auf das Körpergewicht oder die Figur
  • Mangelernährung, Gewichtsverlust oder Gedeihstörungen (besonders bei Kindern)
  • Soziale Beeinträchtigungen, z. B. Vermeidung gemeinsamer Mahlzeiten

Ursachen: Psychologische Faktoren, sensorische Empfindlichkeit, negative Erfahrungen, Entwicklungsstörungen

Folgen:

  • Mangelernährung und Vitamin-/Mineralstoffmängel
  • Wachstums- und Entwicklungsstörungen
  • Dehydration und Kreislaufprobleme
  • Sozialer Rückzug

Behandlung: Ernährungsberatung, Verhaltenstherapie, Familientherapie, medizinische Überwachung

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Rigidität:

Die starre, unflexible Haltung in Denken oder Verhalten, die häufig bei Zwangsstörungen oder organischen psychischen Störungen wie Demenz auftritt.

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Risikomanagement in der Psychiatrie:

Ein Konzept zur Prävention und Kontrolle von Gefahren wie Selbst- oder Fremdgefährdung bei psychisch erkrankten Patient:innen, durch strukturierte Risikoerfassung und entsprechende Interventionen.

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Rumination (psychologisch/gedanklich):

Zwanghaftes, kreisendes Nachdenken über belastende Themen oder Ereignisse, das häufig bei Depressionen oder Angststörungen auftritt.

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Ruminationssyndrom:

Ein seltenes Störungsbild, bei dem Betroffene unwillkürlich Nahrung aus dem Magen zurück in den Mund befördern und wieder kauen oder ausspucken. Tritt häufiger in Verbindung mit anderen psychischen Erkrankungen auf.

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Rumination-Störung:

Eine Essstörung, die durch das wiederholte Hochwürgen, erneutes Kauen und erneutes Schlucken oder Ausspucken von bereits geschluckter Nahrung gekennzeichnet ist. Dieses Verhalten tritt in der Regel unbewusst auf und geschieht ohne Übelkeit, Erbrechen oder eine zugrunde liegende gastrointestinale Erkrankung. Die Störung kann sowohl bei Säuglingen, Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten.

Merkmale der Rumination-Störung:

  • Wiederholtes Hochwürgen von Nahrung ohne Anzeichen von Übelkeit oder Brechreiz
  • Keine absichtliche Kontrolle über das Verhalten
  • Ernährungsprobleme wie Gewichtsverlust und Mangelernährung
  • Soziale Beeinträchtigung durch das unangenehme Verhalten
  • Kein Vorliegen einer organischen Ursache wie einer Verdauungsstörung

Ursachen: Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, diskutierte Faktoren sind:

  • Psychische Faktoren: Stress, Angst oder Trauma
  • Entwicklungsstörungen: z. B. bei geistiger Behinderung
  • Sensorische Stimulation: Verstärktes Bedürfnis danach, z. B. bei Autismus

Folgen:

  • Gewichtsverlust und Mangelernährung
  • Zahnerosion durch Magensäure
  • Soziale Isolation aufgrund von Scham
  • Dehydration und Verdauungsprobleme

Diagnose:

  • Anamnese und Befragung der Betroffenen oder Bezugspersonen
  • Ausschluss anderer Ursachen, z. B. gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
  • Beobachtung durch medizinisches Fachpersonal

Behandlung: Meist multidisziplinär, u. a.:

  • Verhaltenstherapie: Biofeedback, Atemtraining
  • Ernährungsberatung: Entwicklung gesunder Essgewohnheiten
  • Psychotherapie: Behandlung emotionaler Ursachen
  • Medizinische Betreuung: Kontrolle von Mangelerscheinungen

Frühe Intervention kann langfristige gesundheitliche und soziale Folgen verhindern.

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S

Schizophrenie:

Psychotische Störung, gekennzeichnet durch Wahn, Halluzinationen und Denkstörungen (ICD-10: F20).

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Schwingungsfähigkeit:

Die Fähigkeit, flexibel zwischen verschiedenen emotionalen Zuständen zu wechseln und auf Gesprächspartner:innen oder Situationen angemessen zu reagieren. Zeigt sich z. B. durch Mimik, Gestik oder ein Lächeln und spielt eine wichtige Rolle in der zwischenmenschlichen Kommunikation.

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Selective Eating Disorder (SED) (selektive Essstörung):

Eine Form der Essstörung, bei der eine stark eingeschränkte Lebensmittelauswahl besteht. Tritt häufig bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen auf und kann zu sozialen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Merkmale:

  • Extreme Einschränkung auf wenige bekannte, „sichere“ Lebensmittel
  • Vermeidung aufgrund von Geschmack, Konsistenz oder Geruch
  • Soziale Schwierigkeiten beim Essen in Gesellschaft
  • Potenzielle Mangelernährung

Unterschied zu anderen Essstörungen: Keine Kontrolle über Figur oder Gewicht wie bei Anorexie oder Bulimie.

Ursachen:

  • Psychologische Faktoren: Angst oder Ekel
  • Sensorische Sensibilität: Überempfindlichkeit
  • Frühkindliche Erfahrungen: z. B. erzwungene Mahlzeiten
  • Genetische Prädisposition

Folgen:

  • Mangelernährung
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Geringere Lebensqualität
  • Soziale Isolation

Diagnose:

  • Anhaltende Vermeidung über längeren Zeitraum
  • Keine körperliche Ursache
  • Soziale Beeinträchtigung durch eingeschränktes Essverhalten

Behandlung: Multidisziplinär:

  • Verhaltenstherapie
  • Ernährungsberatung
  • Familientherapie
  • Sensorische Integrationstherapie

Frühe Behandlung beugt langfristigen Folgen vor.

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Somatic Experiencing (SE):

Eine körperorientierte Methode zur Bewältigung und Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen. Sie wurde vom US-amerikanischen Traumaforscher Dr. Peter A. Levine entwickelt und basiert auf der Erkenntnis, dass sich traumatische Erlebnisse nicht nur psychisch, sondern auch physisch im Körper manifestieren.

Ziel und Ansatz:

Das Ziel von Somatic Experiencing ist es, die im Nervensystem gespeicherte Stressenergie schrittweise abzubauen und dem Körper zu ermöglichen, wieder in einen Zustand des Gleichgewichts zurückzufinden. Der Ansatz fokussiert auf die Wahrnehmung körperlicher Empfindungen („Somatik“), um unvollständige Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen zu lösen, die durch traumatische Erfahrungen im Nervensystem festgehalten werden.

Anwendung:

Somatic Experiencing wird häufig in der Traumatherapie eingesetzt, insbesondere bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), Angststörungen, chronischem Stress sowie zur Begleitung von Menschen nach Unfällen oder anderen belastenden Erlebnissen. Die Methode findet Anwendung in der Psychotherapie, im Coaching und in der Körperarbeit.

Vorgehensweise:

In einer typischen SE-Sitzung unterstützt der/die Therapeut:in die betroffene Person dabei, Körperempfindungen wahrzunehmen, ohne dabei in die überwältigende Erfahrung des Traumas zurückzufallen. Durch langsames und behutsames Vorgehen wird die körperliche Selbstregulation gefördert, sodass das Nervensystem die blockierte Energie sicher freisetzen kann.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Somatic Experiencing basiert auf Prinzipien der Neurobiologie, insbesondere auf dem Verständnis der autonomen Stressreaktionen des Körpers (Kampf, Flucht, Erstarrung) und deren Regulation durch das autonome Nervensystem. SE integriert Erkenntnisse aus der Polyvagal-Theorie sowie der Psychophysiologie.

Unterschied zu anderen Traumatherapien:

Im Gegensatz zu rein gesprächstherapeutischen Ansätzen liegt bei SE der Fokus nicht auf der detaillierten Erinnerung an das Trauma, sondern auf der Regulation von Körperreaktionen und dem Aufbau von Ressourcen zur Stabilisierung.

Verbreitung:

Somatic Experiencing wird weltweit praktiziert und von verschiedenen Fachkräften im Gesundheits- und psychosozialen Bereich angewandt. In Deutschland wird SE durch zertifizierte Therapeut:innen und Institute angeboten.

Synonyme/Verwandte Begriffe:

  • Körperorientierte Traumatherapie
  • Somatische Traumaheilung
  • Trauma-Arbeit über den Körper

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Somatoforme Störungen:

Körperliche Beschwerden ohne nachweisbare organische Ursache, z. B. Somatisierungsstörung (ICD-10: F45).

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Sozialpsychiatrischer Dienst (SPD):

Ein niedrigschwelliges, kommunales Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen, seelischen Krisen oder Suchterkrankungen. Der Dienst bietet Beratung, Unterstützung und Vermittlung an, um die soziale und gesundheitliche Situation der Betroffenen zu stabilisieren und ihnen eine möglichst selbstständige Lebensführung zu ermöglichen. Der SpDi arbeitet eng mit Ärzten, Kliniken, sozialen Einrichtungen und Angehörigen zusammen.

Aufgaben des Sozialpsychiatrischen Dienstes:

Der SPD unterstützt Menschen in folgenden Bereichen:

  • Beratung und Krisenintervention:
    • Unterstützung bei akuten psychischen Krisen
    • Beratung zu psychischen Erkrankungen und deren Bewältigung
    • Aufklärung über Therapie- und Hilfsangebote
  • Begleitung und Unterstützung:
    • Hilfe bei der Alltagsbewältigung und sozialen Integration
    • Unterstützung im Umgang mit Behörden und Anträgen
    • Förderung der Selbstständigkeit und Teilhabe
  • Vermittlung:
    • Koordination und Überleitung zu psychiatrischen und psychosozialen Hilfsangeboten
    • Zusammenarbeit mit Fachärzten, Kliniken und Pflegediensten
    • Unterstützung bei der Suche nach betreutem Wohnen oder Arbeitsmöglichkeiten
  • Prävention:
    • Frühzeitige Erkennung und Intervention bei drohenden psychischen Erkrankungen
    • Aufklärung und Sensibilisierung für psychische Gesundheit
    • Unterstützung von Angehörigen und sozialem Umfeld

Zielgruppen des Sozialpsychiatrischen Dienstes:

Der SPD richtet sich an:

  • Menschen mit psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen, Schizophrenie, Angststörungen)
  • Personen mit Suchterkrankungen oder Abhängigkeitsproblemen
  • Menschen in akuten seelischen Krisen
  • Angehörige von psychisch erkrankten Menschen
  • Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die Unterstützung in der Alltagsbewältigung benötigen

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme:

Die Nutzung des SPD ist in der Regel freiwillig, kostenlos und erfordert keine ärztliche Überweisung. Die Betroffenen oder deren Angehörige können sich direkt an den Dienst wenden.

Wer führt die Angebote des Sozialpsychiatrischen Dienstes durch?

Die Angebote des SpDi werden von Mitarbeitenden unterschiedlicher Berufsgruppen durchgeführt, darunter:

  • Sozialarbeiter und Sozialpädagogen
  • Psychiatrische Fachkräfte (z. B. psychiatrische Pflegefachkräfte)
  • Psychologen und Psychotherapeuten
  • Ärzte mit Erfahrung im Bereich Psychiatrie

Wo ist der Sozialpsychiatrische Dienst angesiedelt?

Der SPD ist meist bei den Gesundheitsämtern oder anderen kommunalen Einrichtungen angesiedelt und in vielen Städten und Landkreisen verfügbar.

Kontaktaufnahme:

Die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel telefonisch, per E-Mail oder durch persönliche Vorsprache während der Sprechzeiten. Hausbesuche sind ebenfalls möglich, insbesondere bei Menschen, die nicht in der Lage sind, das Angebot selbst aufzusuchen.

Der Sozialpsychiatrische Dienst bietet eine wertvolle Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige, indem er schnelle, unbürokratische Hilfe leistet und den Zugang zu weiterführenden Hilfsangeboten erleichtert.

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Soziotherapie:

Ambulante therapeutische Maßnahme zur Unterstützung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Sie zielt darauf ab, die Betroffenen in ihrer sozialen und beruflichen Integration zu fördern, ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten und den Alltag strukturierter zu gestalten. Soziotherapie soll Krankenhausaufenthalte vermeiden oder verkürzen und dabei helfen, die Eigenverantwortung und Alltagskompetenzen der Patienten zu stärken.

Ziele der Soziotherapie:

  • Förderung der selbstständigen Bewältigung des Alltags
  • Unterstützung bei der Inanspruchnahme medizinischer und sozialer Hilfsangebote
  • Stabilisierung der sozialen Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Anleitung zur Krankheitsbewältigung und Verbesserung der Eigenverantwortung
  • Vermeidung von Krisen und Rückfällen

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Soziotherapie:

Die Soziotherapie ist für Personen mit schweren psychischen Erkrankungen vorgesehen und kann nur unter bestimmten Bedingungen verordnet werden. Dazu gehören:

  1. Diagnose einer schweren psychischen Erkrankung:
    • Schizophrenie oder andere psychotische Störungen (z. B. ICD-10: F20–F29)
    • Andere affektive Störungen (z. B. bipolare Störungen, schwere Depressionen)
    • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (z. B. Borderline-Persönlichkeitsstörung)
  2. Einschränkung der selbstständigen Krankheitsbewältigung:
    • Betroffene sind nicht in der Lage, ihre Erkrankung ohne strukturierte Unterstützung angemessen zu bewältigen.
  3. Verordnung durch einen Facharzt:
    • Die Soziotherapie muss durch einen Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie oder einen entsprechend qualifizierten Hausarzt verordnet werden.
  4. Kostenträger:
    • In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht (gemäß § 37a SGB V).

Leistungen der Soziotherapie:

Die Soziotherapie umfasst eine Vielzahl unterstützender Maßnahmen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt sind. Dazu gehören:

  • Motivationsförderung zur aktiven Teilnahme an Behandlungen und Therapien
  • Unterstützung bei der Tagesstrukturierung und Alltagsbewältigung
  • Förderung sozialer Kompetenzen und des Umgangs mit Mitmenschen
  • Begleitung zu Terminen (z. B. Behörden, Ärzte)
  • Unterstützung im Umgang mit Krisen und Konflikten
  • Koordination von Hilfsangeboten und Netzwerkarbeit mit anderen sozialen Diensten

Durchführung:

Die Soziotherapie wird von speziell geschulten Fachkräften erbracht, darunter:

  • Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mit psychiatrischer Erfahrung
  • Psychiatrische Pflegekräfte mit soziotherapeutischer Qualifikation
  • Fachkräfte aus dem psychosozialen Bereich

Die Therapie kann über einen längeren Zeitraum hinweg verordnet werden, meist über 120 Einheiten innerhalb von drei Jahren, wobei eine Verlängerung möglich ist. Die Häufigkeit richtet sich nach dem individuellen Unterstützungsbedarf.

Soziotherapie ist eine wichtige Ergänzung in der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung und trägt dazu bei, die Selbstständigkeit und Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen nachhaltig zu verbessern.

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Stupor:

Ein Zustand der stark verminderten oder vollständig aufgehobenen Reaktionsfähigkeit auf die Umwelt. Personen im Zustand des Stupors wirken äußerlich wach oder „versteinert“. Sie zeigen keinerlei oder nur minimale Reaktionen auf äußere Reize, wie z. B. Lautsprechansprache oder Berührung. Stupor kann als Symptom einer schweren psychischen Erkrankung auftreten, wie z. B. bei einer akuten Psychose, Schizophrenie, Depression oder anderen affektiven und psychotischen Störungen. Stupor stellt einen Notfall dar und erfordert in der Regel eine ärztliche Untersuchung und Behandlung.

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Substanzkonsumstörung:

Störungen, die durch den Missbrauch von Alkohol, Drogen oder anderen Substanzen (ICD-10: F10–F19, ICD-11: 6C40) ausgelöst werden.

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T

Tics:

Plötzliche, unwillkürliche Bewegungen oder Lautäußerungen, z. B. bei Tourette-Syndrom (ICD-10: F95.2).

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Trauma- und Stressorbezogene Störungen:

Psychische Störungen, die durch belastende Ereignisse ausgelöst werden, z. B. PTBS (ICD-11: 6B40).

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Tremor:

Ein unwillkürliches, rhythmisches Zittern oder Wackeln von Körperteilen, meist den Händen, Armen oder dem Kopf. Er kann durch neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder als Folge von Angst, Stress oder bestimmten Medikamenten verursacht werden. Tremor kann in verschiedenen Formen auftreten, z. B. als Ruhe- oder Aktionstremor.

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U

Unruhe (psychomotorische):

Ein Zustand gesteigerter innerer Anspannung, der sich in körperlicher Rastlosigkeit äußert. Häufig zu beobachten bei Angststörungen, manischen Episoden oder Demenz.

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Urteilsfähigkeit:

Die Fähigkeit, Sachverhalte zu verstehen und entsprechend zu bewerten. Einschränkungen treten häufig bei Demenz, Intoxikationen oder psychotischen Störungen auf.

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V

Verfolgungswahn (Paranoia):

Eine psychotische Störung, bei der Betroffene überzeugt sind, verfolgt oder bedroht zu werden, ohne dass es dafür eine reale Grundlage gibt. Häufig bei Schizophrenie oder paranoider Persönlichkeitsstörung.

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Verhaltensaktivierung:

Ein therapeutischer Ansatz zur Behandlung von Depressionen, bei dem durch gezielte Aktivitäten die Motivation und Lebensqualität der Patient:innen gesteigert werden.

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Vegetative Dystonie:

Ein Sammelbegriff für Beschwerden, die durch eine Fehlregulation des vegetativen Nervensystems entstehen, z. B. Schwindel, Herzrasen oder Magen-Darm-Beschwerden, oft stressbedingt.

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Vermeidungsverhalten:

Ein typisches Symptom von Angststörungen, bei dem Betroffene bestimmte Situationen oder Reize meiden, um unangenehme Emotionen zu vermeiden.

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Verbale Entgleisungen:

Unkontrollierte oder unangemessene sprachliche Äußerungen, die bei psychischen Erkrankungen wie Demenz oder manischen Episoden auftreten können.

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W

Wahnerkrankung:

Eine psychische Störung, bei der Betroffene fest an Überzeugungen glauben, die nicht der Realität entsprechen, wie z. B. Größenwahn oder Beeinträchtigungswahn.

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Wahrnehmungsstörungen:

Veränderungen in der Verarbeitung sensorischer Reize, die bei psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression oder Angststörungen auftreten können.

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Wachsamkeit (Hypervigilanz):

Ein Zustand gesteigerter Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft, häufig bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder Angststörungen.

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Wechselwirkungen von Psychopharmaka:

Die möglichen Effekte, die durch gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente entstehen und die Wirksamkeit oder Nebenwirkungen beeinflussen können.

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Wutanfälle (Impulskontrollstörung):

Plötzliche, intensive Ausbrüche von Wut oder Aggression, häufig bei Persönlichkeitsstörungen oder neurologischen Erkrankungen.

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Wochenbettdepression (Postpartale Depression) Erkrankung:

Eine depressive Episode, die bei Müttern nach der Geburt auftreten kann und oft durch hormonelle Veränderungen, Stress und Anpassungsschwierigkeiten ausgelöst wird.

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Wiedererleben (Flashbacks):

Plötzlich auftretende Erinnerungen an traumatische Erlebnisse, die so intensiv sind, dass sie wie reale Ereignisse erscheinen. Typisch für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).

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X

Y

Z

Zwangsgedanken:

Aufdringliche, ungewollte Gedanken, die häufig Angst oder Unbehagen auslösen.

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Zwangsstörung (OCD):

Wiederkehrende Zwangsgedanken und/oder -handlungen, die als belastend empfunden werden (ICD-10: F42).

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